Außenwirtschaftsnachrichten

EU–Mercosur-Abkommen: Neue Impulse für Europas Wirtschaft Am 17. Januar 2026 unterzeichnete der Rat der Europäischen Union das Handelsabkommen zwischen den 27 EU-Mitgliedstaaten und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Für Europa stärkt das Abkommen insbesondere die Diversifizierung und Absicherung von Lieferketten angesichts globaler Wettbewerbsverschiebungen. Einzelne Regelungen können bereits vorläufig angewendet werden, auch wenn die vollständige Ratifizierung noch aussteht. Der im Abkommen verankerte schrittweise Abbau von über 90 Prozent der teils weltweit höchsten Zölle entlastet exportorientierte Unternehmen erheblich – auch wenn der Handel mit den Mercosur-Staaten bislang nur rund 1 Prozent des deutschen Handelsvolumens ausmacht. Zugleich stärkt das Abkommen regulatorische Stabilität und Planungssicherheit, ohne bestehende Standards bei Lebensmittelsicherheit, technischen Normen sowie Umwelt- und Arbeitsschutz zu senken. Zudem verbessert es den Marktzugang, insbesondere im Dienstleistungssektor und bei öffentlichen Ausschreibungen. Sektor Exportwert 2024 Aktuelle Zölle Zölle nach dem Mercosur-Abkommen Maschinen und elektrische Ausrüstung 5,3 Mrd. € 14–20 % Zölle werden für die meisten Produkte schrittweise abgeschafft Transportausrüstung 2,3 Mrd. € 14–35 % Zölle werden für die meisten Produkte schrittweise abgeschafft Optische, medizinisch-chirurgische, Mess- und fotografische Instrumente 1,1 Mrd. € 14–18 % 0 % Eisen-, Stahl- und Metallprodukte 1,2 Mrd. € 14% 0 % Chemikalien und pharmazeutische Erzeugnisse 4,1 Mrd. € 14–18 % 0 % Agrar- und Lebensmittelprodukte 325 Mio. € 27–55 % Deutlich reduziert, für einige Produkte 0 % * Einschließlich deutscher Arbeitsplätze, die durch Exporte in Länder außerhalb der EU sowie durch Exporte aus anderen EU-Ländern in die Welt unterstützt werden ** Warenhandel (2024) und Dienstleistungshandel (2023) Quelle: Europäische Kommission Chancen für die deutsche Wirtschaft Für europäische Unternehmen werden jährliche Einsparungen von rund vier Milliarden Euro erwartet. Die bislang verzögerte Ratifizierung soll bereits zu Einbußen von etwa 71 Milliarden Euro (1,7 Prozent des BIP) geführt haben – ein Hinweis auf das wirtschaftliche Potenzial und die strategische Relevanz einer zügigen Umsetzung. Auch Sorgen um mögliche Auswirkungen auf den europäischen Agrarsektor werden durch Schutzklauseln adressiert, die bei Marktstörungen vorübergehende Schutzmaßnahmen ermöglichen. So profitieren sächsische Unternehmen Sächsische Unternehmen können den Mercosur-Markt gezielt nutzen: die Automobilbranche profitiert besonders, da die teilweise vollständige Abschaffung der Zölle ihren ohnehin starken Exporten einen erheblichen Vorteil verschafft. Auch Maschinenbauer und Elektrotechnikfirmen profitieren vom bestehenden Exportpotenzial und den Zollsenkungen, da diese Branchen den Großteil der sächsischen Ausfuhren abdecken. Die Ernährungswirtschaft kann durch den schrittweisen Abbau der Zölle auf 15 Außenwirtschaftsnachrichten 2 | April / Mai 2026 Weltweit erfolgreich

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