Vor diesem Hintergrund geht es vom 14. bis 16. April 2026 gemeinsam mit dem sächsischen Wasserstofftechnologie-Cluster HZwo e. V. zur Fachmesse für Wasserstofftechnologien, der World Hydrogen Expo, nach Warschau. Diese Fachmesse und Konferenz ist eine bedeutende Branchenveranstaltung, die Technologien zur Wasserstoffproduktion, -speicherung und -verteilung präsentiert und Vertreter der Energie-, Automobil- und Industriebranchen aus Polen und Mitteleuropa zum Austausch und zur Anbahnung von Kooperationen einlädt. Im Mittelpunkt der Messe stehen technologische Lösungen für die Dekarbonisierung, nachhaltiges Wachstum und den Einsatz fortschrittlicher, emissionsfreier Technologien. Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als strategischer Wachstumssektor Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa gewinnt auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Polen an Bedeutung. Polen zählt zu den wichtigsten Staaten an der NATO-Ostflanke und zu den Ländern mit den höchsten Verteidigungsausgaben im Bündnis. In der staatlich geprägten Rüstungsindustrie gewinnen private Unternehmen und technologieorientierte Start-ups – insbesondere in den Bereichen Drohnen, Kommunikation, Sensorik und Dual-UseTechnologien – zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, die heimische Wertschöpfung deutlich zu erhöhen. Im September 2026 ist eine sächsische Beteiligung am Deutschen Gemeinschaftsstand auf der 34. Internationalen Messe der Verteidigungsindustrie MSPO in Kielce (8.–11.09.2026) geplant, der durch die AHK Polen organisiert wird. Interessierte sächsische Unternehmen können zu Sonderkonditionen eine individuelle Ausstellungsfläche buchen bzw. sich als Besucher an der Messe beteiligen. Kooperationspotenziale bei moderner Landtechnik Polen gehört zu den größten Agrarproduzenten Europas, insbesondere bei Getreide, Obst, Gemüse, Geflügel und Milchprodukten und ist aufgrund der Größe seines Agrarsektors und der bestehenden vielfältigen Agrarhandelsbeziehungen zu Deutschland ein wichtiger Partner. Die Branche ist geprägt von vielen kleinen Betrieben, setzt jedoch zunehmend auf Modernisierung, Effizienzsteigerung und nachhaltige Praktiken. Für sächsische Unternehmen bietet die polnische Landwirtschaft vielfältige Kooperationsmöglichkeiten, etwa im Bereich moderner Landtechnik, Saatgut, Verarbeitungstechnologien oder bei der Entwicklung nachhaltiger Produktionsmethoden. Ebenfalls im September ist eine Fachreise der sächsischen Landwirtschaftsbranche geplant, die von Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch begleitet wird. Ziel dieser Reise ist es, den polnischen Markt zu erkunden, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und Erfahrungen im Bereich der Landwirtschaftstechnik sowie der Produkterzeugung auszutauschen. Die Initiative richtet sich an Unternehmen und Akteure der sächsischen Landwirtschaft, die ihre Marktchancen in Polen ausloten und von einem direkten Austausch mit polnischen Partnern profitieren möchten. Zukunftsbranchen mit besonderem Kooperationspotenzial Polen spezialisiert sich zunehmend auf innovative und digitale Produkte – eine Entwicklung, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergibt. Digitalisierung ist der gemeinsame Nenner vieler Zukunftsbranchen wie IT, E-Commerce, Logistik, Bau 4.0, Medizin und Digital Health, Smart City und Robotik. Auch Luft- und Raumfahrt, KI, Verteidigung und die Energiewende bieten großes Potenzial. Diese Trends stimmen mit denen der deutschen Wirtschaft überein und stärken die Zusammenarbeit zwischen sächsischen und polnischen Unternehmen. Neben den großen Projekten sollten auch die zahlreichen weiteren Aktivitäten nicht aus dem Blick geraten, z. B. das PolnischDeutsch-Tschechische Kooperationsforum am 27. November 2026 im Riesengebirge. Auch der Sächsisch-Polnische Innovationstag sowie verschiedene Fach- und Kooperationsveranstaltungen, die gemeinsam mit Partnerinstitutionen in Polen und Sachsen organisiert oder begleitet werden, bieten wichtige Plattformen für die Zusammenarbeit. Markteintritt: Kooperation vor Investition Für viele Unternehmen empfiehlt sich beim Markteintritt ein kooperationsorientierter Ansatz, etwa über Vertriebspartner oder projektbezogene Kooperationen. Der polnische Markt ist wettbewerbsintensiv und regional differenziert. Deshalb bleiben fundierte Marktanalysen und lokale Präsenz entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg. Anna Dzierżanowska-Łuczyn 5 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich
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