„Vom Umbruch zum Aufbruch“ Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 in Chemnitz: AußenwirtschaftsNachrichten Interview – Seite 7 International erfolgreich: Strategien und Herausforderungen in der Radiopharmazie Weltweit erfolgreich – Seite 12 Rückkehr der Geopolitik: Was sich im Welthandel verschiebt und warum Europa stärker werden muss Tipps für die Außenwirtschaftspraxis – Seite 26 Neue Ursprungsregeln in der Pan-Europa-Mittelmeer-Region (PEM) 1 Feb /Mär 2026
Editorial Liebe Leserinnen und Leser Treffen Sie die sächsische Wirtschaft am 16. April im Kraftverkehr Chemnitz beim Außenwirtschaftstag Sachsen. Unter dem Motto „Vom Umbruch zum Aufbruch“ erleben Sie an diesem Tag eine reiche Palette an Themen: vom aktuellen Stand der weltwirtschaftlichen Vernetzung und Entwicklung über Länderthemen, Fragen der Zertifizierung bis hin zum Wirtschaftsschutz. Mit dabei sein werden der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter, Vertreter von Auslandshandelskammern u. a. aus Kanada, Vietnam und aus skandinavischen Ländern sowie die Beauftragten der Wirtschaftsförderung Sachsen für Polen, Tschechien und Japan. Polen wird ein Länderschwerpunkt des Außenwirtschaftstages sein. Ab Seite 4 erfahren Sie vorab mehr über eine der dynamischsten Volkswirtschaften der EU und über Projekte und Veranstaltungen, die dabei helfen sollen, neue Geschäftskontakte zu knüpfen und Kooperationen einzugehen. Bereits gute Erfahrungen im Geschäft mit Polen hat Jens Junker, Geschäftsführer der ROTOP Pharmaka GMBH. Im Interview auf Seite 7 spricht er darüber. Neben Polen wirft der Außenwirtschaftstag auch ein Schlaglicht auf den Markt in Kanada. Auf Seite 9 können Sie lesen, welches Potenzial das Land bietet. Außerdem stellen wir auf Seite 10 die Online Marketing Challenge vor, die alljährlich beim Außenwirtschaftstag an den Start geht. Mit seinem Beitrag „Rückkehr der Geopolitik: Was sich im Welthandel verschiebt und warum Europa stärker werden muss“ auf Seite 12 setzt sich Jun.-Prof. Kaan Celebi von der TU Chemnitz mit einem Thema auseinander, über das er mit den Gästen des Außenwirtschaftstages am 16. April in den Diskurs gehen möchte. Michael Matthes Inhalt 2 Editorial Weltweit erfolgreich 3 Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 am 16. April in Chemnitz: „Vom Umbruch zum Aufbruch“ 4 Polen auf Wachstumskurs – Absatzchancen und Kooperationspotenziale für sächsische Unternehmen 7 International erfolgreich: Strategien und Herausforderungen in der Radiopharmazie 9 Warum Kanada? Chancen erkennen, Märkte erschließen 10 Online Marketing Challenge unterstützt erneut sächsische Unternehmen beim Einstieg in europäische Märkte 12 Rückkehr der Geopolitik: Was sich im Welthandel verschiebt und warum Europa stärker werden muss Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen 14 Markt- und Länderveranstaltungen 14 Online-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft 15 Präsenz-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft 15 Messen und Unternehmerreisen Zoll- und Außenwirtschaftsrecht 19 Länderinformationen Geschäftsverbindungen 22 Aktuelle Kooperationsangebote ausländischer Unternehmen Tipps für die Außenwirtschaftspraxis 26 Neue Ursprungsregeln in der Pan-EuropaMittelmeer-Region (PEM) Ansprechpartner | Impressum 28 Ansprechpartner 28 Impressum Der Außenwirtschaftstag 2025 in Dresden.
Außenwirtschaftstag Sachsen 2026 am 16. April in Chemnitz: „Vom Umbruch zum Aufbruch“ Unter dem Titel „Vom Umbruch zum Aufbruch – Transformation als Chance“ erwartet Sie beim Außenwirtschaftstag Sachsen in Chemnitz ein breites Spektrum an Angeboten für Ihr Auslandsgeschäft 2026. Mit dabei sind der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter, Vertreter von Auslandshandelskammern, u. a. aus Kanada, den USA, Vietnam und aus skandinavischen Ländern, sowie die Beauftragten der Wirtschaftsförderung Sachsen für Polen, Tschechien und Japan. Die Palette der Themen reicht vom aktuellen Stand der weltwirtschaftlichen Vernetzung und Entwicklung über Länderthemen, Fragen der Zertifizierung bis hin zum Wirtschaftsschutz. Sie können verschiedenen Vorträgen folgen, individuelle Gespräche mit Experten buchen und vor allem die Zeit zum Netzwerken nutzen. Vorstellen wird sich auch wieder die Online Marketing Challenge, die vom SEPT-Kompetenzzentrum der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz und der Internationalisierungsoffensive Sachsen (IOSax) organisiert wird. Darin erarbeiten sächsische Unternehmen zusammen mit ausländischen BWL-Studenten aus Sachsen eine digitale Vertriebskampagne, um neue internationale Kunden zu gewinnen. Zum Außenwirtschaftstag Sachsen erfolgt der Start der Challenge für das Jahr 2026. Seien Sie dabei, wenn sich die sächsische Wirtschaft am 16. April im Kraftverkehr in Chemnitz trifft! Wir freuen uns auf Sie! www.aussenwirtschaftstag-sachsen.de KONTAKT: Stefan Lindner 0351 2802-182 lindner.stefan@dresden.ihk.de Impressionen vom Außenwirtschaftstag 2025 in Dresden. 3 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich
Polen auf Wachstumskurs – Absatzchancen und Kooperationspotenziale für sächsische Unternehmen Polen zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften der EU, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Wirtschafts- und Handelspartner Sachsens entwickelt und gehört mittlerweile zu den TOP 5. Nach Angaben von Germany Trade & Invest wird für 2026 erneut ein Wachstum von über drei Prozent erwartet. Treiber sind vor allem der private Konsum, eine diversifizierte industrielle Basis sowie umfangreiche öffentliche und europäische Förderprogramme. Für sächsische Unternehmen bestehen somit zahlreiche Ansatzpunkte, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen und Kooperationen auf dem polnischen Markt einzugehen. Als Nearshoring-Standort innerhalb der EU bietet Polen zudem kurze Lieferwege und verlässliche Rahmenbedingungen für Beschaffungsprojekte. Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) plant vor diesem Hintergrund gemeinsam mit den AWIS-Partnern und Vertretern sächsischer Netzwerke verschiedene Projekte und Veranstaltungen. Modernisierungsschub für Mobilität, Infrastruktur und Produktion Der polnische Bahnsektor erlebt einen historischen Modernisierungsschub. Allein in den vergangenen beiden Jahren wurden über eine Mrd. Euro für neue Lokomotiven, Triebzüge und Waggons bereitgestellt. Zudem wird auch die Eisenbahninfrastruktur ertüchtigt. Polnische Unternehmen investieren intensiv in die Modernisierung ihrer Produktionskapazitäten. Automatisierung, Robotik, Industrie-4.0-Lösungen sowie energie- und ressourceneffiziente Technologien sind stark gefragt. Daraus ergeben sich sehr gute Absatzchancen für sächsische Anbieter von Maschinen, Anlagen und industriellen Dienstleistungen. Vom 16. bis 18. Juni 2026 wird in Zusammenarbeit mit dem Kontaktzentrum für sächsisch-polnische Wirtschaftskooperation der IHK-Geschäftsstelle Görlitz eine Geschäftsanbahnungsreise nach Oberschlesien (Gliwice, Katowice) und Niederschlesien (Wrocław) organisiert, die teilweise auch von Wirtschaftsminister Dirk Panter begleitet wird. Ziel der Reise ist es, sächsische Vertreter des Maschinenbaus und der Mobilitätsbranche bei der Anbahnung neuer Geschäftskontakte zu unterstützen. Im Mittelpunkt stehen dabei innovative Themen wie Automatisierungstechnologien, KI und 3D-Druck. Die Delegation kann sich mit polnischen Unternehmen und Institutionen austauschen und Kooperationsmöglichkeiten ausloten. Energie: Fokusthema Wasserstoff Die polnische Wasserstoffstrategie verfolgt bis 2030 sechs zentrale Ziele, darunter den Einsatz von Wasserstoff in Energie, Wärme und Verkehr sowie die Dekarbonisierung der Industrie. Ein Schwerpunkt liegt auf der Produktion von grünem Wasserstoff und dem Aufbau sicherer Verteilungs- und Speichersysteme. Für die Umsetzung der Strategie sollen bis 2030 bis zu zwei Milliarden Euro an Fördermitteln bereitgestellt werden. Die Zuschüsse richten sich an Unternehmen, die emissionsarmen oder emissionsfreien Wasserstoff produzieren wollen. Auch für Solaranlagen und Windkraftanlagen gibt es Zuschüsse, solange der erzeugte Strom in die Wasserstoffproduktion fließt. Gemeinschaftsstand SAXONY! auf der internationalen Bahntechnikmesse TRAKO 2025 in Danzig Reger Austausch bei der Geschäftsanbahnungsreise nach Polen im April letzten Jahres 4 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich
Vor diesem Hintergrund geht es vom 14. bis 16. April 2026 gemeinsam mit dem sächsischen Wasserstofftechnologie-Cluster HZwo e. V. zur Fachmesse für Wasserstofftechnologien, der World Hydrogen Expo, nach Warschau. Diese Fachmesse und Konferenz ist eine bedeutende Branchenveranstaltung, die Technologien zur Wasserstoffproduktion, -speicherung und -verteilung präsentiert und Vertreter der Energie-, Automobil- und Industriebranchen aus Polen und Mitteleuropa zum Austausch und zur Anbahnung von Kooperationen einlädt. Im Mittelpunkt der Messe stehen technologische Lösungen für die Dekarbonisierung, nachhaltiges Wachstum und den Einsatz fortschrittlicher, emissionsfreier Technologien. Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als strategischer Wachstumssektor Angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa gewinnt auch die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Polen an Bedeutung. Polen zählt zu den wichtigsten Staaten an der NATO-Ostflanke und zu den Ländern mit den höchsten Verteidigungsausgaben im Bündnis. In der staatlich geprägten Rüstungsindustrie gewinnen private Unternehmen und technologieorientierte Start-ups – insbesondere in den Bereichen Drohnen, Kommunikation, Sensorik und Dual-UseTechnologien – zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, die heimische Wertschöpfung deutlich zu erhöhen. Im September 2026 ist eine sächsische Beteiligung am Deutschen Gemeinschaftsstand auf der 34. Internationalen Messe der Verteidigungsindustrie MSPO in Kielce (8.–11.09.2026) geplant, der durch die AHK Polen organisiert wird. Interessierte sächsische Unternehmen können zu Sonderkonditionen eine individuelle Ausstellungsfläche buchen bzw. sich als Besucher an der Messe beteiligen. Kooperationspotenziale bei moderner Landtechnik Polen gehört zu den größten Agrarproduzenten Europas, insbesondere bei Getreide, Obst, Gemüse, Geflügel und Milchprodukten und ist aufgrund der Größe seines Agrarsektors und der bestehenden vielfältigen Agrarhandelsbeziehungen zu Deutschland ein wichtiger Partner. Die Branche ist geprägt von vielen kleinen Betrieben, setzt jedoch zunehmend auf Modernisierung, Effizienzsteigerung und nachhaltige Praktiken. Für sächsische Unternehmen bietet die polnische Landwirtschaft vielfältige Kooperationsmöglichkeiten, etwa im Bereich moderner Landtechnik, Saatgut, Verarbeitungstechnologien oder bei der Entwicklung nachhaltiger Produktionsmethoden. Ebenfalls im September ist eine Fachreise der sächsischen Landwirtschaftsbranche geplant, die von Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch begleitet wird. Ziel dieser Reise ist es, den polnischen Markt zu erkunden, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und Erfahrungen im Bereich der Landwirtschaftstechnik sowie der Produkterzeugung auszutauschen. Die Initiative richtet sich an Unternehmen und Akteure der sächsischen Landwirtschaft, die ihre Marktchancen in Polen ausloten und von einem direkten Austausch mit polnischen Partnern profitieren möchten. Zukunftsbranchen mit besonderem Kooperationspotenzial Polen spezialisiert sich zunehmend auf innovative und digitale Produkte – eine Entwicklung, die sich aus der aktuellen Marktsituation ergibt. Digitalisierung ist der gemeinsame Nenner vieler Zukunftsbranchen wie IT, E-Commerce, Logistik, Bau 4.0, Medizin und Digital Health, Smart City und Robotik. Auch Luft- und Raumfahrt, KI, Verteidigung und die Energiewende bieten großes Potenzial. Diese Trends stimmen mit denen der deutschen Wirtschaft überein und stärken die Zusammenarbeit zwischen sächsischen und polnischen Unternehmen. Neben den großen Projekten sollten auch die zahlreichen weiteren Aktivitäten nicht aus dem Blick geraten, z. B. das PolnischDeutsch-Tschechische Kooperationsforum am 27. November 2026 im Riesengebirge. Auch der Sächsisch-Polnische Innovationstag sowie verschiedene Fach- und Kooperationsveranstaltungen, die gemeinsam mit Partnerinstitutionen in Polen und Sachsen organisiert oder begleitet werden, bieten wichtige Plattformen für die Zusammenarbeit. Markteintritt: Kooperation vor Investition Für viele Unternehmen empfiehlt sich beim Markteintritt ein kooperationsorientierter Ansatz, etwa über Vertriebspartner oder projektbezogene Kooperationen. Der polnische Markt ist wettbewerbsintensiv und regional differenziert. Deshalb bleiben fundierte Marktanalysen und lokale Präsenz entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg. Anna Dzierżanowska-Łuczyn 5 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich
KONTAKT Kontaktzentrum Polen Manuel Schubinski Telefon: 03583 4212-22 schubinski.manuel@dresden.ihk.de Neue Beauftragte der WFS in Wrocław Seit November 2025 verstärkt Anna Dzierżanowska-Łuczyn als neue Beauftragte der WFS für Polen das Netzwerk der internationalen Beauftragten. Ihre Tätigkeit erfolgt im Rahmen einer engen Kooperation mit der AHK Polen, die nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren als Partner für die Betreuung des polnischen Marktes ausgewählt wurde. Mit Sitz im Regionalbüro der AHK Polen in Wrocław unterstützt sie sächsische Unternehmen bei Exportvorhaben, Kooperationsprojekten, Delegationsreisen sowie bei der Vermarktung des Wirtschaftsstandorts Sachsen. Kontaktzentrum Polen der IHK Dresden Das Kontaktzentrum Polen versteht sich als Schnittstelle und Brückenbauer für Kooperationen zwischen sächsischen und polnischen Wirtschaftsakteuren. Es unterstützt beidseitig anfragende Unternehmen bei der Suche nach Lieferanten, Kooperations- oder Projektpartnern. Ermöglicht wird dies durch das Wissen und den Zugang zu verschiedenen deutschen und polnischen Datenbanken sowie ein weitreichendes Netzwerk mit direkten Ansprechpartnern. Dazu zählen sowohl Unternehmerverbände, Cluster, Wirtschaftskammern und -förderungen als auch Forschungseinrichtungen und spezialisierte Beratungsfirmen. Von diesem Netzwerk profitiert das Kontaktzentrum gleichwohl bei rechtlichen Fragen und Vorschriften im deutsch-polnischen Außenhandel. Dies können beispielsweise Fragen zur Meldepflicht von exportierten Waren, der Durchsetzung von Forderungsansprüchen, zu erforderlichen Genehmigungen oder steuerrechtlicher Natur sein. Darüber hinaus stellt das Kontaktzentrum wichtige Informationen zu den jeweiligen Zielmärkten und Branchen zur Verfügung und unterstützt den Außenhandel durch verschiedene Veranstaltungsformate. Dazu gehören Seminare, Webinare, Sprechtage oder grenzüberschreitende Unternehmertreffen und Delegationsreisen. ELEKTRONISCHE RECHNUNGSSTELLUNG AB 2026: In Polen trat am 1. Februar 2026 das obligatorische nationale E-Rechnungssystem (KSeF) in Kraft. Das bedeutet, dass alle Unternehmer elektronische Rechnungen über die KSeFPlattform ausstellen und empfangen müssen. Für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 200 Millionen PLN gilt diese Verpflichtung mit dem 1. Februar 2026, für alle anderen Unternehmer ab dem 1. April 2026. Rechnungen werden im XML-Format gemäß dem vom Finanzministerium festgelegten Schema ausgestellt und versandt. GTAI POLNISCHE BAHN BINDET DIE LAUSITZ UND LEIPZIG INTERNATIONAL AN Die Erreichbarkeit zentraler Wirtschafts- und Lebensräume in Ostdeutschland und Polen wurde durch die neue EuroCity-Fernverkehrsverbindung EuroCity Via Regia zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 deutlich verbessert. Erstmals werden durch die Polnische Bahn Teile der Lausitz und Leipzig täglich an ein durchgehendes internationales Fernverkehrsnetz an Polen angebunden. Zwei tägliche Zugpaare pro Richtung verbinden die wichtigen polnischen Wirtschafts- und Kulturzentren Breslau (Wrocław) und Krakau (Kraków) mit Hoyerswerda, Ruhland, Elsterwerda, Riesa und Leipzig. Die Fahrzeit Leipzig–Breslau beträgt rund 3:30 Stunden, der Abschnitt Ruhland-Breslau dauert etwa 2:20 Stunden, für die Strecke Cottbus–Ruhland–Breslau braucht es circa 3:15 Stunden. Die neue Verbindung ist nicht nur wesentlich schneller als bisherige Alternativrouten über Frankfurt (Oder) oder Görlitz, sondern auch preiswerter. Die Ticketpreise liegen zwischen 10 und 30 Euro. IHK Dresden Anna Dzierżanowska-Łuczyn, die neue Beauftragte der WFS in Wrocław. 6 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich
International erfolgreich: Strategien und Herausforderungen in der Radiopharmazie Die ROTOP Pharmaka GmbH zählt zu den führenden Anbietern in der Nuklearmedizin und molekularen Bildgebung in Europa. Über 200 Beschäftigte produzieren am Standort Dresden-Rossendorf unter anderem diagnostische Radiopharmaka. Im vergangenen Jahr feierte ROTOP sein 25-jähriges Bestehen und treibt seinen Wachstumskurs weiter voran: Im benachbarten Gewerbegebiet entstehen zwei neue Produktionsstätten für die Herstellung von Medikamenten für die Krebstherapie. Geschäftsführer Jens Junker erklärt, wie sich das Unternehmen international behauptet. Seit wann und auf welchen Märkten sind Sie international unterwegs? Die ROTOP Pharmaka GmbH ist seit ihrer Gründung im Jahr 2000 international aktiv. Heute blicken wir auf über 25 Jahre Erfahrung in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb cGMPkonformer Radiopharmaka zurück. Unsere Produkte versorgen Krankenhäuser und Kliniken, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Forschungseinrichtungen in über 40 Ländern weltweit, mit Schwerpunkten in Europa und Nordamerika. Besonders motivierend ist für uns, dass wir mit unserer Arbeit täglich dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten weltweit einen verlässlichen Zugang zu präziser Diagnostik und wirksamen Therapien erhalten. Welches Potenzial sehen Sie auf dem polnischen Markt? Der polnische Markt ist für uns von großer strategischer Bedeutung – insbesondere durch die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit POLATOM, einem staatlichen polnischen Anbieter für radioaktive Isotope und Radiopharmaka. Die Zusammenarbeit verbindet komplementäre Kompetenzen zweier erfahrener Anbieter im Bereich der Radiopharmazie und steht beispielhaft für erfolgreiche europäische Kooperation. Gemeinsam stellen wir die zuverlässige Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland und darüber hinaus mit spezialisierten Produkten sicher. Gleichzeitig schaffen wir Stabilität und Kontinuität in den Lieferketten – ein entscheidender Faktor in einem hochsensiblen und zeitkritischen Umfeld. Wir sehen hier großes Potenzial für den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit und für gemeinsame Lösungen in einem wachsenden Markt. Sie waren im letzten Jahr beim 16. PolnischSächsischen Wirtschaftsforum in Breslau zum Thema „Medizin der Zukunft“ dabei. Welchen Mehrwert bieten solche Veranstaltungen? Solche Foren bringen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Akteure aus Sachsen und Polen zusammen. Sie ermöglichen wertvollen Austausch zu Innovationen, Kooperationen und regulatorischen Themen. Für uns sind solche Formate ein wichtiger Impulsgeber, um grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiterzuentwickeln und gemeinsame Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen voranzubringen. 7 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich INTERVIEW „Der polnische Markt ist für uns von großer strategischer Bedeutung.“ Jens Junker Jens Junker, Geschäftsführer der ROTOP Pharmaka GmbH
8 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich Wo gibt es aktuell besondere Herausforderungen bei Internationalisierungsaktivitäten? Radiopharmazeutische Produkte unterliegen weltweit hohen regulatorischen Anforderungen und komplexen Logistikprozessen, nicht zuletzt wegen kurzer Halbwertszeiten und Strahlenschutzauflagen. Jedes Land stellt eigene Anforderungen an Zulassung, Import und Einsatz, was tief gehendes regulatorisches Wissen und robuste Supply-Chain-Strukturen erfordert. Hinzu kommen geopolitische und handelsrechtliche Unsicherheiten, die strategische Flexibilität und vorausschauende Planung notwendig machen. Diese Herausforderungen sehen wir zugleich als Ansporn, unsere internationalen Prozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln. Welche Auswirkungen hatte die Globalisierung und Veränderung von Handelsbeschränkungen auf Ihr Unternehmen? Die zunehmende internationale Vernetzung im Gesundheits- und Pharmasektor eröffnet neue Chancen, bringt aber auch zusätzliche Herausforderungen mit sich. Handelsbeschränkungen, Zollregularien und geopolitische Entwicklungen können Lieferketten spürbar belasten. Wir begegnen diesen Einflüssen durch flexible Planung, die Diversifizierung logistischer Routen und enge Abstimmung mit Partnern und Behörden. So sichern wir auch unter wechselnden Rahmenbedingungen eine zuverlässige Patientenversorgung. Was empfehlen Sie Exporteinsteigern? Erfolgreiche Internationalisierung ist ein langfristiger Prozess und kein kurzfristiges Projekt. Unsere Erfahrung zeigt, dass Qualität, regulatorische Compliance und verlässliche Partnerschaften die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind. Wichtig ist zudem, die besonderen Anforderungen und Strukturen vor Ort zu verstehen und gezielt Märkte mit bestehenden oder klar wachsenden Strukturen auszuwählen. Wer diese Faktoren frühzeitig berücksichtigt, kann stabile Märkte erschließen und gleichzeitig den Nutzen für Patientinnen und Patienten sichern. Die Fragen stellte Sandra Lange/WFS UNTERNEHMENSPROFIL Die ROTOP Pharmaka GmbH ist ein etablierter Anbieter von Radiopharmaka für die nuklearmedizinische Breitenversorgung und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung weltweit. Mit drei Produktionsstandorten für die Geschäftsbereiche Diagnostik (cold Kits), Ready-touse Patientendosen und Auftragsentwicklung- und Herstellung (CDMO) verfügt ROTOP über eine solide Infrastruktur, um die vielfältigen Anforderungen des Marktes zu erfüllen. Besonders engagiert ist das Unternehmen in der Entwicklung theranostischer Ansätze, die Diagnostik und Therapie für eine individualisierte Behandlung verbinden. Als CDMOPartner arbeitet ROTOP eng mit Kunden an innovativen Lösungen zur Verbesserung der Patientenversorgung. www.rotop-pharmaka.de
Blick auf die Stadt Toronto 9 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich Warum Kanada? Chancen erkennen, Märkte erschließen Sie wollen Kanada als neuen Markt erschließen, Ihr bestehendes Geschäft dort weiterentwickeln oder sich erstmalig über Kanada informieren? Das können die Gründe dafür sein: Kanada zählt zu den wirtschaftlich stabilsten, offensten und lebenswertesten Ländern weltweit. Unternehmen profitieren von einem sicheren, planbaren Umfeld und moderner Infrastruktur. Das Land bietet beste Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum, technologische Entwicklung und den Einstieg in den gesamten nordamerikanischen Markt. Wirtschaftswachstum und Standortfaktoren Trotz globaler Unsicherheiten wächst die kanadische Wirtschaft. Für 2025 wird ein BIP-Wachstum von rund 1,8 Prozent prognostiziert. Die Regierung verfolgt eine wirtschaftspolitische Strategie, die gezielt in Zukunftsbranchen wie Cleantech, Wasserstoff, Elektromobilität, Life Sciences und Digitalisierung investiert. Im internationalen Vergleich zählt Kanada zu den dynamischsten Standorten für Unternehmen. Der kombinierte Unternehmenssteuersatz liegt bei rund 15 Prozent und damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Die Energiepreise sind stabil und im nordamerikanischen Vergleich niedrig. In vielen Provinzen stammt ein erheblicher Teil des Stroms aus Wasserkraft, was zur Kosteneffizienz beiträgt. Innovationsstärke und Förderprogramme Kanada investiert gezielt in den Aufbau industrieller Lieferketten, etwa im Bereich EV-Batterien, inklusive Rohstoffgewinnung, Zellfertigung und Endmontage. Im Bereich Künstliche Intelligenz zählt das Land heute zu den weltweit führenden Standorten. Auch die Pharma- und Biotechbranche befindet sich im Aufschwung und bietet Kooperationschancen für deutsche Unternehmen. Zahlreiche Förderprogramme erleichtern den Markteintritt. Unternehmen profitieren von gezielten Förderprogrammen zur Unterstützung von Forschung, Innovation und Personalentwicklung. Das Industrial Research Assistance Program (IRAP) unterstützt F&E-Projekte mit Zuschüssen, der Canada Job Grant fördert Qualifizierungsmaßnahmen für Beschäftigte. Handelsbeziehungen und Marktzugang Kanada verfügt über 15 Freihandelsabkommen mit über 50 Ländern weltweit. Trotz der angespannten Lage mit den USA bleibt Kanada durch USMCA/CUSMA fest in den nordamerikanischen Markt integriert, wobei die künftige Entwicklung von politischen Entscheidungen beider Länder abhängt. Europa wird somit als Partner immer wichtiger: Das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen mit der EU (CETA) stellt sicher, dass rund 98–99 Prozent aller Industrieprodukte zollfrei handelbar sind. Lilith Winnikes/Sebastian Liebold VERANSTALTUNGSTIPP Im Rahmen des Sächsischen Außenwirtschaftstages am 16. April im Kraftverkehr Chemnitz werden praktische Hinweise zum Markteintritt, interkulturelle Tipps für den ersten Kontakt mit kanadischen Geschäftspartnern sowie Empfehlungen zur Partner- und Kundensuche gegeben. Nutzen Sie auch das individuelle Beratungsangebot durch eine Vertreterin der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer.
10 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich Online Marketing Challenge unterstützt erneut sächsische Unternehmen beim Einstieg in europäische Märkte Im Rahmen des Außenwirtschaftstages 2026, der am 16. April in Chemnitz stattfindet, startet auch wieder die Online Marketing Challenge (OMC). Bereits zum neunten Mal können sich Teams von sächsischen Unternehmen und ausländischen BWLStudenten aus Sachsen bewerben, um digitale Vertriebskampagnen zu entwickeln und mit Hilfe von Online-Marketing für sächsische Unternehmen neue Kunden im europäischen Ausland zu gewinnen. „Die Online Marketing Challenge ist ein Win-Win-Projekt für Unternehmen und Studenten. Die Challenge hilft vor allem kleinen Mittelständlern und Start-ups aus Sachsen, ihre Produkte besser online zu vermarkten und somit auch beim Einstieg in neue europäische Märkte. Im Mittelpunkt steht die Nutzung digitaler Vertriebskanäle, die durch die fortschreitende Digitalisierung immer relevanter werden. Gleichzeitig profitieren die teilnehmenden Studenten von praxisnahen Erfahrungen, indem sie reale Marketingstrategien entwickeln und umsetzen. Sie knüpfen wertvolle Kontakte zu sächsischen Unternehmen, die ihnen nicht nur beim Berufseinstieg helfen, sondern auch Einblicke in die regionale Wirtschaft und mögliche Karrierewege bieten“, sagt Thomas Horn, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH, die die Internationalisierungsoffensive Sachsen (IOSax) koordiniert. Zusammenarbeit in interkulturellen Teams im Fokus Mit einem Werbebudget von 500 Euro, die vom Unternehmen gestellt werden, finden fünf Teams heraus, welche Online-Kanäle sich am besten eignen, um Marke und Produkte zu bewerben und zu handeln. Darüber hinaus ziehen sie wertvolle Erkenntnisse über die Ansprache, das Verhalten sowie Vorlieben der ausländischen Zielgruppen aus der Kampagne. Die Challenge läuft nach vorbereitenden Webinaren rund drei Monate. Das Team mit der effektivsten und kreativsten Kampagne gewinnt. Durch die Zusammenarbeit in interkulturellen Teams kommen die Unternehmen zudem in Kontakt mit motivierten und qualifizierten Studenten und damit potenziellen künftigen Mitarbeitern. Jedes Team betreut ein reales Unternehmen, das eine konkrete Marketing-Herausforderung mitbringt – von regionalen Startups bis hin zu exportorientierten Mittelständlern. Die Teilnehmer der Online Marketing Challenge im letzten Jahr.
11 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich In enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft setzen sich die Studierenden mit modernen Tools wie TikTok Ads, KI-gestützter Content-Erstellung oder LinkedIn-Kampagnen auseinander. Dabei stehen nicht nur technische Fähigkeiten im Fokus, sondern auch sogenannte Future Skills: „Die OMC fördert Kompetenzen wie Kommunikation, Projektmanagement, strategisches Denken und interkulturelle Zusammenarbeit. All das sind Fähigkeiten, die unsere Studierenden im Beruf dringend brauchen“, so Falk Maiwald von der Fakultät Management- und Kulturwissenschaften (F-MK) der Hochschule Zittau/Görlitz. In diesem Jahr werden die Ergebnisse am 8. Juli 2026 in Leipzig von einer Jury ausgewertet und die kreativsten und effektivsten Kampagnen prämiert. Im letzten Jahr nahmen mehr als 40 Studenten aus rund 20 Nationen teil – darunter Teams von der Universität Leipzig, Universität Halle, Universität Magdeburg sowie der Hochschule Zittau/ Görlitz. Das Kick-off-Event fand am 10. April im Rahmen des Sächsischen Außenwirtschaftstags 2025 im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden statt. Auf der Agenda standen Teambuilding, Kennenlernen der Unternehmenspartner und ein gemeinsames Dinner. Danach folgte ein Strategieworkshop an der Universität Leipzig, in dem erste Ideen konkretisiert wurden. Weitere wichtige Etappen waren das Bootcamp Digital Marketing mit Terminen zu Advertising auf Facebook, Instagram, LinkedIn und TikTok sowie ein zweitägiger Präsenzworkshop in Görlitz. In einem spannenden Wettbewerb konnte sich schließlich das Team der ESA Elektroschaltanlagen GmbH aus Grimma mit Lam Huynh, Nhu Nguyen, Thanh Bao Pham und Thi Thanh Thuy Pham durchsetzen. Sie überzeugten die Jury mit einer Kampagne zur weiteren Bearbeitung des vietnamesischen Marktes. Das Format der OMC wird vom SEPT-Kompetenzzentrum der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit der Hochschule Zittau/Görlitz und der Internationalisierungsoffensive Sachsen (IOSax) organisiert. Anmeldungen sind unter www.iosax.de/omc möglich. Aktuell gibt es noch freie Plätze für drei Teams. Sandra Lange/WFS Das Gewinner-Team bei der Erarbeitung der Kampagne.
12 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich Rückkehr der Geopolitik: Was sich im Welthandel verschiebt und warum Europa stärker werden muss Das internationale Geschäft war über Jahrzehnte geprägt vor allem von Kostenoptimierung der Lieferketten und der Erschließung globaler Märkte: Wer effizient produziert, verlässlich liefert und wettbewerbsfähige Preise anbietet, setzt sich durch. Trotz Krisen verschaffte die Globalisierung einen tragfähigen Rahmen und ermöglichte immense Vorteile. Dieses Konstrukt ist seit einigen Jahren deutlich unruhiger geworden – die Geopolitik ist zurück und wird geprägt vom Wettbewerb der Machtblöcke! Vor allem der Wettbewerb zwischen USA und China dominiert die Weltwirtschaft; Technologie- und Industriepolitik werden strategisch eingesetzt, wobei der Handel in Form von Zöllen, Sanktionen, Exportkontrollen und Subventionen instrumentalisiert wird. Abseits dieses Wettbewerbs ist Russlands Krieg gegen die Ukraine ein Einschnitt, der Europa stärker betrifft als andere Regionen – sicherheitspolitisch, energiepolitisch und wirtschaftlich. Insbesondere für deutsche Unternehmen erschwert diese tektonischen Bewegungen der Geopolitik, die Resilienz und Krisenanfälligkeit von Lieferketten und Absatzmärkten abzuschätzen. Mittlerweile werden das Tagesgeschäft sowie die strategische Entscheidungsfindung der Unternehmen vor allem über Handelsströme, Investitionsentscheidungen und Standortfragen durch diese Entwicklungen mitgeprägt. Unternehmen im Anpassungsmodus Wie reagieren Unternehmen auf Handelskonflikte? Wenn Zölle steigen und Handelsbarrieren geschaffen werden, werden nicht nur Lieferwege angepasst, sondern auch Standort- und Investitionsentscheidungen neu bewertet. Gerade für multinationale Großkonzerne stellt sich die Abwägung, ob die Produktion näher am Absatzmarkt verlagert werden sollte, um Zollrisiken zu reduzieren – „Tariff-Jumping“ statt Export. Diese Tendenz ist jedoch nicht nur ein Thema für Großkonzerne. Auch für den Mittelstand sind diese Entwicklungen entscheidend, da solche Standortverschiebungen gesamte Lieferketten mitziehen und verändern können: Anforderungen an lokale Wertschöpfung steigen, Kunden ändern ihre Beschaffungsstrategien, und Wettbewerb um Zulieferaufträge verlagert sich regional. Europa unter Druck – Investitionen wandern ab Wie groß die Schwierigkeiten gerade für Europa sind, spiegelt sich zunehmend in aktuellen Unternehmensumfragen. Zu erkennen ist, dass Europa im Vergleich zu anderen Regionen – vor allem zu den USA – als weniger dynamisch und attraktiv eingeschätzt wird. In der ERT/The-Conference-Board-Umfrage lag 2024 der Indexwert für Geschäftsperspektiven außerhalb Europas mit 63 höher als innerhalb Europas (50). Die neuen Umfrageergebnisse aus dem Jahr 2025 verdeutlichen die Asymmetrie: Nur acht Prozent der Befragten gaben an, mehr als vorgesehen in Europa zu investieren. Zudem kürzen bzw. verschieben 38 Prozent ihre Investitionspläne, wobei etwa 45 Prozent die USA als Investitionsstandort präferieren. Auf die Frage, welche Faktoren für dieses Bild verantwortlich sind, liefert der Eurochambres Economic Survey 2025 (mit rund 42.000 Unternehmen) eine wichtige Übersicht. Es sticht heraus, dass die befragten Unternehmen insbesondere hohe Arbeitskosten, Fachkräftemangel und zunehmende Regulierung als Risiken für den internationalen Wettbewerb sehen. Nicht zuletzt hat seit der russischen Invasion auch die Energiekrise für immensen Kostendruck und Investitionszurückhaltung gesorgt. Wie auch der Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU offenbart, zahlen EU-Unternehmen etwa zwei- bis dreimal so hohe Strompreise wie in den USA; bei Gas liegen die EU-Preise sogar vier- bis fünfmal mal höher. Das ist nicht nur ein Kostenthema, sondern auch ein Wettbewerbs- und Sicherheitsfaktor, da Energiepreise Investitionen, Produktionsstandorte und Transformationsfähigkeit beeinflussen. Verwundbare Lieferketten Ein Verhängnis gerade für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit ist zudem die größer gewordene Verwundbarkeit der globalen Lieferketten. Als Industrienation ohne große Rohstoffvorkommnisse sind wir auf Vorleistungen und Seetransporte angewiesen: Laut einer ifo/EconPol-Studie (im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie) beruhen etwa 50 Prozent der deutschen Exporte und Importe außerhalb der EU auf Seetransport. Dazu kommt, dass unsere Warenströme auf relativ wenige maritime
13 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Weltweit erfolgreich Wege angewiesen sind. Mit Daten aus 2023 kommt die Studie auf folgende Anteile: 9,8 Prozent der deutschen Importe liefen durch den Suezkanal, 9,4 Prozent durch die Straße von Bab elMandeb, 8,7 Prozent durch Malakka und 7,1 Prozent durch die Taiwanstraße. Falls in einem der genannten Korridore eine geopolitische Spannung eskaliert, sind Produktionsverzögerungen, höhere Transportkosten und Unsicherheiten also vorprogrammiert. Dabei können auch Kettenreaktionen entstehen, die besonders Mittelständler als Zulieferer oder Exporteure herausfordern können. Resilienz neu denken: Europas Binnenmarkt als Schlüssel Unter diesen Umständen ist es mehr als verständlich, dass es in vielen Debatten um „mehr Resilienz“ geht. Weniger fokussiert wird dabei darauf, dass Resilienz nicht nur Diversifizierung in Drittstaaten bedeutet. Es ist naheliegend – und häufig unterschätzt – dass Resilienz auch hervorragend mit einem stärkeren, reibungsärmeren europäischen Binnenmarkt gestärkt werden kann. Mit 450 Millionen Menschen und etwa 26 Millionen Unternehmen mit einem BIP von ungefähr 18 Billionen Euro ist der EU-Binnenmarkt einer der größten Wirtschafts- und Absatzräume weltweit, bietet einen verlässlichen Rechtsrahmen, planbare Regulierungen und gute Skalierungsmöglichkeiten bei kurzen Transportwegen. Wie auch der Letta-Bericht zur Vollendung des Binnenmarkts betont, nutzt die EU diesen Hebel nicht konsequent, was zu der oben beschriebenen Investitionsstimmung in der EU beiträgt. Agenda „Europa stärken“ Nimmt man diese Punkte zusammen, entsteht eine klare Agenda für „Europa stärken“: ∙ Binnenmarkt vollenden, wo er bremst (Dienstleistungen, digitale Märkte, grenzüberschreitende Verfahren und Regulierung) ∙ Energiebinnenmarkt und Infrastruktur stärker integrieren, um Kosten und Volatilität zu senken ∙ Kapitalmarktunion voranbringen: Europa hat genug Ersparnisse, aber zu oft fehlen Skalierung und Finanzierung für Wachstum, was insbesondere die Finanzierung von Innovationen beeinträchtigt. ∙ Strategische Offenheit: Handelspartner diversifizieren, aber auf Basis europäischer Stärke Jun.-Prof. Kaan Celebi/ Technische Universität Chemnitz/Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Zum Sächsischen Außenwirtschaftstag am 16. April 2026 stellt Jun.-Prof. Kaan Celebi von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz die Verschiebungen im Welthandel und mögliche Handlungskorridore vertieft vor. Kommen Sie an diesem Tag ins Gespräch darüber, was Unternehmen konkret brauchen, damit Europa wieder ein Standort ist, in den man mit Überzeugung investiert.
Markt- und Länderveranstaltungen Datum Veranstaltung Ort 09. – 11.03.26 US-Market Entry Bootcamp Dresden 01.04. – 31.12.26 Unterstützung sächsischer KMU bei der BIS-Zertifizierung für den indischen Markt Dresden und online 14. – 16.04.26 Fachveranstaltung anlässlich der World of Hydrogen EXPO Warschau/ Polen 16.04.26 Außenwirtschaftstag Sachsen Chemnitz Online-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft Datum Veranstaltung Typ 17.02., 19.02., 24.02.26 IHK Online Sprint „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“ Teilnahmebescheinigung 02.03. – 10.06.26 Exportmanager (IHK) IHKLehrgangszertifikat 03.03.26 ATLAS-Ausfuhr inkl. Unterlagencodierungen Teilnahmebescheinigung 04.03.26 Die Lieferantenerklärung – Warenursprung und Präferenzen Webinar Teilnahmebescheinigung 05.03.26 Neuerungen und Änderungen im Zoll und bei der Exportkontrolle 2026 Teilnahmebescheinigung 11.03.26 Handhabung von Zoll und Exportkontrolle für Einkäufer Teilnahmebescheinigung 24.03.26 Auf den Punkt gebracht: Die Incoterms® 2020 Teilnahmebescheinigung ab 21.04.26 Geprüfter Fachwirt für Außenwirtschaft (Bachelor Professional in Foreign Trade) IHK-Prüfungszeugnis 05.05. – 13.08.26 Exportmanager (IHK) IHKLehrgangszertifikat 05.05.26 Export: Praktische Hinweise in der Erstellung kompletter Versanddokumente und Zollanmeldungen für die EU als auch für Drittländer Teilnahmebescheinigung 06.05.26 ATLAS-Ausfuhr Workshop Teilnahmebescheinigung 07.05.26 Auf den Punkt gebracht: Lieferantenerklärungen Teilnahmebescheinigung 08.05.26 Auf den Punkt gebracht: Präferenzkalkulation Teilnahmebescheinigung 14 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen
Präsenz-Weiterbildungsangebote für die Außenwirtschaft Datum Veranstaltung Ort 19.02.26 Grundlagen des Zollrechts – Zollrechtliche Fachbegriffe verständlich erklärt Plauen 20.02.26 INCOTERMS® 2020 – Sicher anwenden – Risiken minimieren – Kosten clever kalkulieren Plauen 24.02.26 Aktuelle Umsatzsteuerfragen im internationalen Geschäft Chemnitz 24.02.26 Neuerungen und Änderungen im Zoll und bei der Exportkontrolle 2026 Dresden 25.02.26 Exportgeschäft kompakt – von A(uftragsbestätigung) bis Z(ahlungseingang) Dresden 02.03. – 05.06.26 Fachkraft Zoll (IHK-Zertifikat) Annaberg 03.03.26 Basics für die Aus- und Einfuhrpraxis im Unternehmen Dresden 09.03.26 Importieren – aber richtig! Grundlagen – Das Importgeschäft im Überblick Dresden 10.03.26 Internationale Vertriebsverträge und Kooperationen rechtssicher gestalten Zwickau 10.03.26 Importabwicklung intensiv – Der zolltechnische Ablauf beim Import Dresden 18.03.26 Incoterms® 2020 und ihre Verwendung in der Geschäftspraxis Dresden 19.03.26 Umsatzsteuer im Außenhandelsgeschäft Dresden 24.03.26 Basics für die Aus- und Einfuhrpraxis im Unternehmen Freiberg 25.03.26 Zollrechtliche Exportabwicklung – Abläufe und Gestaltungsmöglichkeiten Annaberg 25.03.26 Workshop: ATLAS Ausfuhr konkret Dresden 30.03.26 Incoterms 2020 und deren Verwendung in der Praxis – IHK Chemnitz Chemnitz 26.03.26 Unterlagencodierung in ATLAS AES 3.0 Dresden 13.04.26 Versanddurchführung beim Export und Warenbegleitpapiere Dresden 28.04.26 Präferenznachweise und Lieferantenerklärung in der Geschäftspraxis Chemnitz 29.04.26 Praktische Handhabung der Exportkontrolle im Unternehmen Dresden 18.05.26 Zollabwicklung kompakt – konfliktfrei durch den Zoll Dresden 21.05.26 Umsatzsteuer im Auslandsgeschäft Zwickau Messen und Unternehmerreisen Messebeteiligungen 2026 Datum Messe /Branchenschwerpunkte Land /Stadt 06.02. – 10.02. Christmasworld Dekoration und Festschmuck, Accessoires, Blumen, Christbaumschmuck, Festartikel, Gartenbedarf, Geflechte, Genussmittel, Geschenkartikel, Glasprodukte, Uhren, Schmuck, Kunsthandwerk Deutschland, Frankfurt/ Main 09.02. – 12.02. World Health Expo Medizintechnik, Pharmazie, Pflege, Dentalmedizin und -technik VAE, Dubai 15 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen
Messebeteiligungen 2026 Datum Messe /Branchenschwerpunkte Land /Stadt 10.03. – 12.03. JEC World Composites Verbundstoffe, Maschinen, Werkzeuge Frankreich, Paris 09.04. – 12.04. agra Ernährungswirtschaft Deutschland, Leipzig 11./12.04. BioOst Ernährungswirtschaft Deutschland, Leipzig 18.04. – 20.04. Sachsenback Ernährungswirtschaft Deutschland, Dresden 21.04. – 23.04. DMEA Health-IT Deutschland, Berlin 04.05. – 07.05. IFAT – Weltleitmesse für Umwelttechnologie Umwelt und Klimaschutz, Städtereinigung, Wassertechnik, Entsorgung, Kommunale Dienstleistungen Deutschland, München 19.05. – 20.05. PLMA – Internationalen Fachmesse für Handelsmarken Ernährungswirtschaft Niederlande, Amsterdam 10.06. – 12.06. ILA Berlin Air Show Luft- und Raumfahrt, Flughafenbau Deutschland, Berlin 23.06. – 26.06. The Smarter E Europe/ees Batterien und Energiespeichersysteme, Wasserstoff und Power-to-Gas-Anwendungen, Ladeinfrastruktur und Elektromobilität, Energiemanagement und vernetzte Energielösungen, PV und Solarwirtschaft, PV- und Batterierecycling, Maschinen- und Automatisierungstechnik für Energie- und Batteriesysteme Deutschland, München 26.08. – 30.08. gamescom IKT, Software, Unterhaltungselektronik, Multimedia, Spiele, Spielwaren, Computer- und Videospiele, Computer-Hardware, Ausbildung, Weiterbildung, Fachpublikationen, Dienstleistungen Deutschland, Köln 08.09. – 11.09. MSPO – International Defence Industry Exhibition Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft Polen, Kielce 22.09. – 25.09. InnoTrans Personen- und Güterverkehr Schiene: Infrastruktur, Innenausstattung, Catering & Comfort Services, öffentlicher Transport, Tunnelkonstruktion Deutschland, Berlin 12.10. – 16.10. FAKUMA Kunststoff- und Gummiverarbeitung, Kunststoffverarbeitungsmaschinen, Kunststoffe, Kunststofferzeugnisse, Werkzeuge, Formen, Rohstoffe, Hilfsstoffe, Maschinen, Ausrüstungen, Werkzeugmaschinen, Recycling, Halberzeugnisse, Zubehör, Dienstleistungen Deutschland, Friedrichshafen 03.11. – 05.11. Smart City Expo Smart City, Urbanisierung, Bauwirtschaft, Energie, Nachhaltigkeit, Mobilität, Umwelttechnologie, IT & Software Spanien, Barcelona 10.11. – 13.11. electronica Elektrotechnik, Elektronik, Halbleiter, Opto-Elektronik, Mikroelektronik, Sensoren, Elektronische Bauelemente, Elektromechanik, Leiterplatten, Systemkomponenten, Hybridschaltungen, Schalter, Tasten, Relais, Steckverbinder, Kabel, Mikrowellentechnik, Display, Transformatoren, Elektromagnetische Verträglichkeit, CAD, CAE, Stromversorgungsanlagen, Messtechnik, Prüftechnik, Elektronische Baugruppen, Diskrete Komponenten, Systemperipherie, Mikrosystemtechnik, Hybridtechnik Deutschland, München 16 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen
Messebeteiligungen 2026 Datum Messe /Branchenschwerpunkte Land /Stadt 17.11. – 20.11. FORMNEXT Additive Fertigung, industrieller 3D-Druck Deutschland, Frankfurt/ Main 07.12. – 11.12. GITEX Global Multimedia-Technologie, Informations- und Kommunikationstechnologie, Metaverse, KI, Blockchain, 6G und Cloud Computing VAE, Dubai 09.12. – 11.12. SEMICON Japan IKT/Mikroelektronikbranche Japan, Tokyo Unternehmerreisen / Delegationsbesuche 2026 Datum Branchenschwerpunkte Land wird noch festgelegt IOSax.express-Kurzreise für die Gamingindustrie Gamingindustrie Europa 09.03. – 13.03. Geschäftsanbahnungsreise Spanien: Energie, Wasserstoff Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologien (H2/BZ), Speichertechnologien, Lösungen für dezentrale Energieversorgung/ Energieeffizienz sowie EE (PV, Windkraft, Bioenergie) Spanien 24.03. – 27. 03. Markterkundungsreise zur Fachmesse Cultura Suisse in Zürich Handwerksbetriebe mit Bezug zur Denkmalpflege, Restaurierung oder Kulturgütererhaltung Schweiz April Unternehmerreise Frankreich Frankreich 17 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen
Unternehmerreisen / Delegationsbesuche 2026 Datum Branchenschwerpunkte Land 2./3. Quartal SAXONY!visit-Delegationsbesuch in Sachsen: KI, Software, Cybersecurity KI, Software, Cybersecurity Österreich, Schweiz, ggbflls. weitere Mai, Juni oder September Markterkundungsreise China: Robotik Maschinen- und Anlagenbau, Robotik, Fertigungstechnologien China 04.05. – 08.05. Geschäftsanbahnungsreise Italien: Bahntechnik Bahntechnik Italien, Mailand, Piacenza, Rom und/ oder Neapel 31.05. – 05.06. Unternehmensreise Mexiko: Markterkundung & Fachkräftegewinnung Maschinen- und Anlagenbau, Mikroelektronik/IT, Gesundheitswirtschaft Mexiko 08.06. – 12.06. Markterkundungsreise Türkei: Maschinenbau/Robotik Maschinen- und Anlagenbau, Robotik, Fertigungstechnologien Türkei Juni SAXONY!visit-Delegationsbesuch in Sachsen: Kultur- & Kreativwirtschaft Kultur- und Kreativwirtschaft Europa Juni SAXONY!visit-Delegationsbesuch in Sachsen: Leichtbau Innovative Materialien, Leichtbau Europa, insbesondere Polen, Litauen 10.06. – 12.06. IOSax.express-Kurzreise für Start-ups zum Hello Tomorrow Summit nach Amsterdam Deeptech, Start-ups Niederlande, Amsterdam Juli/August Studienfahrt Belgien und Frankreich: Naturfaserproduktion Landwirte, Faseraufbereiter, Fachberater und Naturfaserweiterverarbeiter Frankreich (Champagne), Belgien (Region um Kortrijk) 31.08. – 04.09. Clustervermarktungsreise Australien: Energie- und Umwelttechnologien, Wasserstoff branchenübergreifend, Schwerpunkt Wasserstoff und Erneuerbare Energien Melbourne (Victoria), Adelaide (South Australia) 09.09. – 11.09. SAXONY!visit BikeBusinessAdventure Part VI: Besuchsprogramm im Vorfeld der Messe BESPOKED 2026 Fahrrad-/Bike-Industrie sowie angrenzende Dienstleistungs- und Technologiebereiche Delegationsteilnehmer aus Europa zu Gast in Sachsen November SAXONY!visit-Delegationsbesuch in Sachsen: Bau- und Denkmalschutz Bau- und Denkmalschutz Delegationsteilnehmer aus Italien, der Schweiz, Tschechien, Polen zu Gast in Sachsen 18 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Veranstaltungen, Weiterbildungen und Messen
Länderinformationen Schweiz USA: Zollsatz rückwirkend auf 15 Prozent gesenkt Die USA gewähren für Produkte aus der Schweiz bei der Einfuhr einen länderspezifischen Zusatzzollsatz von 15 Prozent. Dieser gilt rückwirkend ab 14.11.2025. ∙ Liegt der MFN-Zollsatz über 15 Prozent, gilt lediglich der MFNZollsatz (ohne weitere Aufschläge). Für die Zollanmeldung ist die Position 9903.02.82 zu verwenden. ∙ Liegt der MFN-Zollsatz unter 15 Prozent oder beträgt dieser 15 Prozent, so findet die Obergrenze von 15 Prozent Anwendung. Für die Zollanmeldung ist die Position 9903.02.83 zu verwenden. Für bestimmte Waren finden die Zusatzzölle keine Anwendung. Dazu zählen u. a. bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse, pharmazeutische Produkte sowie Waren, die unter das Übereinkommen der Welthandelsorganisation über den Handel mit Zivilluftfahrzeugen fallen. Es gelten somit ausschließlich die regulären MFN-Zollsätze. Die Zusatzzölle nach Section-232, die auf Stahl, Aluminium, KFZ und Kupfer gelten, bleiben bestehen. Bezüglich Arzneimittel und Halbleiter führen die USA aktuell Untersuchungen durch. Umgekehrt senkt die Schweiz Zölle für bestimmte US-Waren: Neben Fisch und Meeresfrüchten können auch bestimmte Agrarprodukte von der Zollsenkung profitieren. GTAI vom 30.12.2025 China Ausfuhrlizenzen 2026 Bestimmte Waren dürfen nur mit Ausfuhrlizenz aus China ausgeführt werden. Das chinesische Wirtschaftsministerium MOFCOM hat bekannt gegeben, welche Waren nur mit Lizenz aus der VR China ausgeführt werden dürfen. Betroffen sind 43 Warenarten, darunter Agrarerzeugnisse, Energieträger, Chemikalien, Rohstoffe (darunter seltene Erden) und Fahrzeuge. Details ergeben sich aus einer als Anhang veröffentlichten Liste. Die 3. Spalte enthält die chinesische Zolltarifnummer, die bis zur 6. Stelle mit dem weltweit einheitlich verwendeten Harmonisierten System (HS-Unterposition) übereinstimmt. GTAI vom 02.01.2026, c/wr Einfuhrlizenzen 2026 Bestimmte Waren dürfen nur mit Einfuhrlizenz nach China eingeführt werden. Das chinesische Wirtschaftsministerium MOFCOM hat bekannt gegeben, für welche Waren bei der Einfuhr in die VR China Lizenzen erforderlich sind. Betroffen sind Ozon abbauende Chemikalien, chemische Anlagen, Anlagen zur Eisenverhüttung, Baumaschinen, Erzeugnisse des Maschinenbaus, Hebe- und Transportgeräte, Anlagen zur Papierherstellung, Elektrotechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungsanlagen, Landwirtschaftliche Maschinen, Druckmaschinen und Maschinen zur Bearbeitung von Leder und Textilien, Schiffe, Tonerkartuschen und Röntgengeräte. Details ergeben sich aus einer als Anhang veröffentlichten Liste. Die 3. Spalte enthält die chinesische Zolltarifnummer, die bis zur 6. Stelle mit dem weltweit einheitlich verwendeten Harmonisierten System (HS-Unterposition) übereinstimmt. GTAI vom 02.01.2026, c/wr Ausfuhrzölle 2026 Bei der Ausfuhr von zahlreichen Erzen und Metallen fallen Exportzölle an. Betroffen sind im Wesentlichen Erze von Blei, Zink, Zinn und Wolfram, Eisen in Rohformen, Kupfer, Nickel und Aluminium, Zink und Antimon sowie Waren daraus. Details ergeben sich aus einer als Anhang veröffentlichten Liste. Die 3. Spalte enthält die chinesische Zolltarifnummer, die bis zur 6. Stelle mit dem weltweit einheitlich verwendeten Harmonisierten System (HS-Unterposition) übereinstimmt. Sofern in Spalte 6 (tatsächlich angewendeter Zollsatz) nichts eingetragen ist, gilt der regulär anzuwendende Zollsatz in Spalte 5. GTAI vom 30.12.2025, c/wr 19 Außenwirtschaftsnachrichten 1 | Februar / März 2026 Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
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