sie Wirkung zeigen. „Unsere ehrenamtlichen Gremien sind Orte, an denen fachliche und politische Leitlinien entstehen. Gerade in einer zunehmend schnelllebigen Zeit wird die enge Abstimmung immer bedeutsamer – und sie gelingt heute so gut, dass wir als gestaltender Akteur in Politik und Verwaltung wahrgenommen werden“, sagt Sarah Sieber. Aufgabe des Hauptamts sei es, dieses Engagement zu bündeln und begleitend weiterzuentwickeln: von der Gewinnung neuer Ehrenamtlicher über die Gremienarbeit bis zur Kommunikation nach außen. So werde aus vielen Einzelstimmen eine gemeinsame Linie. Entscheidungsräume und Beratungsgremien Als höchstes Gremium gibt die Vollversammlung die Richtung vor. Sie legt Grundsatzentscheidungen fest, verabschiedet Satzung und Wirtschaftsplan, wählt Präsidium und Präsidentin oder Präsidenten. Die Vollversammlung wird von den 13 Fachausschüssen beraten. Sie spiegeln das wirtschaftliche Profil der Region wider – von Energie und Klimaschutz über Außenwirtschaft, Handel und Verkehr bis hin zur Kreativwirtschaft. Sie analysieren Gesetzesvorhaben, erarbeiten Berichte und geben Empfehlungen. „Ausschussarbeit heißt, sich tief in komplexe Themen einzuarbeiten, externe Expertise einzubinden und am Ende Positionen zu formulieren, die für unsere rund 70. 000 Mitgliedsunternehmen tragfähig sind“, so Sieber. Im Maschinenraum des Ehrenamts Die Fäden zwischen dieser Gremienarbeit, der Geschäftsführung und den Fachbereichen halten Heike Hachmeister und Claudia Töteberg zusammen. Als Referentin Ehrenamt ist Hachmeister erste Ansprechpartnerin. „Mir ist es wichtig, Kontakte zu knüpfen und die Kammer nach außen sichtbar zu vertreten“, sagt sie. Sie ist in nahezu allen Ausschusssitzungen präsent, spiegelt Impulse und unterstützt die Ausschussbetreuerinnen und -betreuer kommunikativ, zudem koordiniert sie das Onboarding neuer Mitglieder. Dabei ist es entscheidend, dass Engagierte von Anfang an einschätzen können, worauf sie sich einlassen: „Durch klare Orientierung stärken wir Motivation und Verbindlichkeit.“ Themen erreichen die Ausschüsse aus verschiedenen Richtungen: direkt aus der unternehmerischen Praxis oder als Auftrag der Vollversammlung, wenn spezielles Fachwissen gefragt ist. Manche Themen begleiten die Gremien über Jahre – etwa, wenn Gesetze unklar sind und Konkretisierungen dauern. „Die Diskussionskultur ist offen und konstruktiv, manchmal auch recht kontrovers“, sagt Hachmeister. „In unseren Ausschüssen treffen sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Diese Vielfalt ist für uns unbeschreiblich wertvoll.“ Zu ihrem Arbeitsalltag gehören auch Außentermine in Unternehmen und Messeauftritte einzelner Ausschüsse. Dort sammelt sie Eindrücke aus der Praxis, die später in Sitzungen und Abstimmungen einfließen – ein wichtiger Teil der Verbindung zwischen Wirtschaft, Gremien und Hauptamt. Unsichtbare Fäden im Hintergrund Auch Claudia Töteberg sorgt dafür, dass ehrenamtliches Engagement bei der IHK gelingt. Vieles, was sie bewegt, läuft fast unsichtbar im Hintergrund – von der Pflege von Daten und Budgets über Reisekosten und Berufungsverfahren zur Abstimmung mit dem Präsidium bis hin zu administrativen Prozessen, die das Ehrenamt kontinuierlich tragen und im Vor- und Nachfeld der anstehenden Wahlen deutlich an Umfang gewinnen. „Je besser wir organisieren, desto mehr Freiraum bleibt für Inhalte“, sagt Töteberg. Seit der Einrichtung ihrer Stellen vor zwei Jahren haben sie und ihre Kolleginnen Transparenz geschaffen und dem Ehrenamt im Haus ein gut wahrnehmbares Gesicht gegeben – die Gremien sind dadurch näher gerückt. Blick nach vorn Mit der Wahlperiode 2026 gewinnt die Einbindung neuer Mitglieder der Gremien an Bedeutung. „Wer sich engagiert, gestaltet nicht nur Rahmenbedingungen, sondern gewinnt selbst – durch Netzwerke und neue Perspektiven. Vieles davon wirkt auch über die Gremienarbeit hinaus“, sagt Sieber. Für sie ist das Ehrenamt tragender Kern wirtschaftlicher Selbstverwaltung. Die neue Vollversammlung wird Bewährtes fortführen und zugleich frische Impulse setzen. „Ich freue mich auf die Mischung aus Erfahrung und Neugier“, ergänzt Hachmeister. „Das bildet die Basis für eine lebendige, zukunftsorientierte Gremienarbeit.“ „In unseren Gremien entstehen fachliche und politische Leitlinien“ „Durch klare Orientierung stärken wir Motivation und Verbindlichkeit.“ Seite 41 EHRENSACHE
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