Neue Monatserhebung für Handel, Gast- und Dienstleistungsgewerbe ab 1. März

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23.02.2021

Grundlage ist die EBS-Verordnung der EU (Regulation on European business statistics), die eine Modernisierung der Unternehmensstatistiken zum Ziel hat. Dabei sollen bestehende Datenlücken kontinuierlich geschlossen und neue Wirtschaftsbereiche erschlossen werden.

Die neue statistische Monatserhebung im Handel, Gastgewerbe und Dienstleistungsbereich ist ein Resultat dieses Modernisierungsprozesses und wird die bestehenden Erhebungen in den Bereichen Handel und Dienstleistungen ab Mitte März 2021 ersetzen.

Rechtsgrundlage für die neue Erhebung in Deutschland wird das voraussichtlich bis Mitte März 2021 verabschiedete neue Handels- und Dienstleistungsstatistikgesetz sein, welches rückwirkend ab dem 01.01.2021 anzuwenden ist. Das bedeutet, dass nachträglich ab dem Berichtsmonat Januar 2021 monatliche Angaben von den per Stichprobenauswahl gezogenen berichtspflichtigen Unternehmen benötigt werden.

Für den Handels- und Dienstleistungsbereich sind folgende Veränderungen vorgesehen:

  • monatliche Angaben über Umsätze und Beschäftigte im Dienstleistungsbereich
  • Erweiterung des Erfassungsbereichs auf folgende Branchen: Grundstücks- und Wohnungswesen (WZ-Nr. 68)1, Vermietung von beweglichen Sachen (WZ-Nr. 77)1, Hausmeisterdienste (WZ-Nr. 81.1)1 sowie Garten- und Landschaftsbau (WZ-Nr. 81.3)1

Gleichzeitig werden verschiedene Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen wirksam:

  • Kleine Unternehmen werden weiterhin nicht befragt, da ihre monatlichen Daten aus vorhandenen Verwaltungsdaten genutzt werden.
  • lm Kfz-Handel wird die Meldeschwelle beim Umsatz von 10 auf 11 Mio. Euro und bzgl. der Zahl der tätigen Personen von 100 auf 250 angehoben.
  • lm Gastgewerbe kommt es zur Anhebung der Umsatzuntergrenze von 150 Tsd. Euro auf 165 Tsd. Euro und im Einzelhandel von 250 Tsd. Euro auf 450 Tsd. Euro. Damit werden kleinere Unternehmen von der Berichtspflicht befreit.
  • Durch ein neues Stichprobenverfahren (sog. Mix-Modell 2.0) wird zukünftig maximal die Hälfte der großen Unternehmen im Kfz-Handel, im Großhandel und im Dienstleistungsbereich oberhalb der Meldeschwellen (Großhandel 20 Mio. Euro bzw. 100 tätige Personen, Dienstleistungen 15 Mio. Euro bzw. 250 tätige Personen) befragt.
  • Auch im Dienstleistungsbereich wird nun bei Unternehmen, die in mehreren Bundesländern tätig sind, eine monatliche Aufteilung der Umsätze auf die Bundesländer benötigt. Hingegen müssen die Angaben zu den Beschäftigten nur einmal jährlich, im Berichtsmonat Januar, nach Bundesländern aufgeteilt werden, in den übrigen Berichtsmonaten genügt eine Meldung der Gesamtzahl der Beschäftigten. Daher gibt es zwei unterschiedliche Erhebungsbögen (siehe Musterfragebogen Januar 2021 sowie Musterfragebogen Februar bis Dezember 2021).
  • Zukünftig gibt es in den Bereichen Handel und Gastgewerbe keine Meldung in der Unterscheidung zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten mehr.

Der Berichtskreis für die neue statistische Erhebung wird durch ein anerkanntes mathematisch-statistisches Zufallsstichprobenverfahren zusammengestellt. Es ist geplant, die per Stichprobenauswahl gezogenen Unternehmen vor Beginn der Erhebung in Kenntnis zu setzen.

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1 – Wirtschaftszweignummer nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ2008

Ansprechpartner

Konjunktur | Statistik

René Schumann

E-Mailschumann@leipzig.ihk.de
Telefon0341 1267-1254
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