Menschen mit Behinderungen - Fachkräfte für Ihr Unternehmen

Presse

27.10.2015

Chancen nutzen, Potenziale heben. „Wir brauchen mehr öffentliches Bewusstsein. Menschen mit Behinderung sind wertvolle Fachkräfte, leistungsfähig und hoch motiviert. Davon möchten wir noch mehr Unternehmer überzeugen“, erklärt Sozialministerin Barbara Klepsch.

380.000 Menschen mit Behinderung leben in Sachsen. Das sind Rollstuhlfahrer ebenso wie Menschen nach überstandener Krebserkrankung oder Diabetiker. 76 % haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. Doch sehr oft finden sie nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt.

Gemeinsam mit der Handwerkskammer zu Leipzig und der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Unternehmerinnen und Unternehmer deshalb zur Veranstaltung der Allianz Arbeit + Behinderung eingeladen. Ziel der jährlichen Veranstaltung ist es, Unternehmen davon zu überzeugen, dass Menschen mit Behinderungen gut ausgebildete und hoch motivierte Fachkräfte sind.

Die stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin Rita Fleischer begrüßte die Unternehmensvertreter: »Durch den täglichen Umgang mit ihrer Behinderung bringen Menschen mit Handicap neben ihren fachlichen Qualifikationen eine große Problemlösungskompetenz mit. Diese Potenziale gilt es zu heben.« Wolfgang Parnow vom Vorstand der Handwerkskammer zu Leipzig verwies vor dem Hintergrund der Fachkräftediskussion darauf, dass bereits viele Unternehmen das Potenzial von Menschen mit Behinderungen erkannt haben und diese erfolgreich beschäftigen. Selbst wenn mitunter Aufwand für die Umgestaltung der Lern- und Arbeitsplätze betrieben werden müsse, würden die Unternehmen letztendlich enorm von engagierten und loyalen Mitarbeitern profitieren.

Menschen mit Behinderungen Fachkräfte im Unternehmen – das ist für drei Unternehmerinnen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelebte Praxis.

  • Raili Dittmann, die Chefin der Difam GmbH, einem im Reinigungsund Dienstleistungsbereich anerkanntem Unternehmen, beschäftigt viele Mitarbeiterinnen mit Behinderungen, die im Team und vor allem bei den Kunden große Akzeptanz finden.
  • Sandy Lehmann, die Inhaberin von Elektro Lehmann in Bad Lausick sieht in ihren gut 200 Mitarbeitern – egal ob mit oder ohne Behinderung - die Basis für den Erfolg ihres Unternehmens. Stimmt die Qualifikation, so finden sich auch Losungen für einen erfolgreichen Einsatz im Unternehmen.
  • Die Fachparfümerie Catina hat schon wiederholt junge Menschen mit Behinderungen ausgebildet. Ausbildung mit Behinderung - geht das? Diese Frage beantwortet die Unternehmerin Catina Jäkel mit einem klaren Ja. Und gut ausgebildete Fachkräfte sind auch im Einzelhandel gefragte Mitarbeiter. Wichtig für Catina Jäkel ist, dass die Basis stimmt und offen über Probleme geredet wird.

Wie die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung Mitteldeutschland und das Integrationsamt beim Kommunalen Sozialverband Sachsen dabei helfen konnten, war ebenfalls Thema der Allianzveranstaltung.

Auf großes Interesse stieß das Dienstleistungsnetzwerk support, welches insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) bei allen Fragen der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen berät. Darüber hinaus koordiniert support für die Unternehmen mögliche Unterstützungsleistungen in einem Netzwerk der Integrationspartner.

Nähere Informationen unter: www.support-fuer-kmu.de

Abschließend konnten die Teilnehmer mit den Unternehmen und den behinderten Beschäftigten über ihre Erfahrungen reden und sich über Beratungs- und Förderangebote der Bundesagentur für Arbeit, des Integrationsamtes und der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland informieren. Das Dienstleistungsnetzwerk support stellte sich ebenfalls vor.

Quelle: Medieninformation des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz

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