Breitbandausbau: Viel Luft nach oben, sagt die sächsische Wirtschaft

Presse

15.11.2016

Die Mehrheit der Unternehmen im Freistaat Sachsen ist unzufrieden mit ihrer derzeitigen Internetanbindung (59 Prozent). Das ergab eine Umfrage der sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Oktober dieses Jahres.

Die Ergebnisse sollen die Bemühungen des Freistaates zum Breitbandausbau im Rahmen der Digitalen Offensive Sachsen aus Sicht der Wirtschaft unterstützen. An der Umfrage beteiligten sich 1 286 Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen mit mehrheitlich bis zu 50 Beschäftigten.

Laut Umfrage zeigen sich sachsenweit deutliche Unterschiede. Am besten beurteilen Unternehmen in der Stadt Leipzig (55 Prozent), der Stadt Dresden (52 Prozent) und im Landkreis Nordsachsen (47 Prozent) ihre Lage. Die Schlusslichter im Zufriedenheitsranking bilden die Landkreise Mittelsachsen (25 Prozent) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (25 Prozent). Auffällig sind auch die Ergebnisse bei den Unternehmen der Stadt Chemnitz, die mit 33 Prozent nur knapp über den beiden vorgenannten Landkreisen rangieren.

72 Prozent der befragten Unternehmen haben derzeit Verträge mit Geschwindigkeiten unter 30 Mbit/s. Knapp die Hälfte aller Unternehmen nutzt dabei Anschlüsse zwischen 6 und 16 Mbit/s. 23 Prozent der Unternehmen arbeiten mit Breitbandgeschwindigkeiten über 50 Mbit/s und liegen damit bereits heute über der Zielgröße, die die Bundesregierung bis zum Jahr 2018 in der Flächendeckung verfolgt.

"Die sächsische Wirtschaft nimmt die Herausforderung der Digitalisierung für die nächsten Jahre ernst. 86 Prozent der Unternehmen wünschen sich Bandbreiten größer 50 Mbit/s", so Dr. Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Dresden, im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs im Freistaat Sachsen. "Das ist ein deutliches Signal der Wirtschaft, die in der örtlichen Breitbandverfügbarkeit entscheidende Wettbewerbsvor- oder -nachteile in der nahen Zukunft sieht", betont Hamann.

Gefragt wurde des Weiteren, ob und inwieweit Unternehmen bereit sind, für größere Bandbreiten höhere Kosten in Kauf zu nehmen. 55 Prozent der Unternehmen zahlen derzeit für ihren Internetanschluss zwischen 20 und 60 Euro im Monat. Laut Umfrage sind 53 Prozent der Unternehmen bereit, für eine Geschwindigkeit von 100 Mbit/s auch mehr auszugeben. 24 Prozent würden dafür bis 99 Euro monatlich in Kauf nehmen, 29 Prozent der Unternehmen auch mehr.

Die mittelständischen Unternehmen des produzierenden Gewerbes stehen vor besonderen Herausforderungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch unter Industrie 4.0 subsummiert werden. Derzeit stehen der mobile Zugriff auf Firmennetzwerke, Home-Office-Anwendungen und Web-Hosting an der Spitze der Anwendungen. Nach der Umfrage erwarten diese Unternehmen in den nächsten fünf Jahren besonders hohe Zuwächse bei der Steuerung und Überwachung von Gebäuden und Maschinen (21 Prozentpunkte), der Internettelefonie (34 Prozentpunkte), Cloud Computing (21 Prozentpunkte) und weiterer Anwendungen wie z. B. CAD (Computer Aided Design; 21 Prozentpunkte).

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