Aufschwung in Mitteldeutschland nicht durch politische Fehler abwürgen!

Presse

02.07.2014

Nachdem sich bis Anfang 2013 die konjunkturelle Entwicklung in Mitteldeutschland deutlich abgeschwächt hatte, stehen die Zeichen nun wieder auf Wachstum. Der Konjunkturklima-Index für Mitteldeutschland stieg gegenüber dem Frühjahr 2013 um 18 Punkte und erreicht mit fast 71 Punkten eine neue Bestmarke.

"Im vergangenen Jahr hat die mitteldeutsche Wirtschaft ihre leichte Abwärtsbewegung beendet und einen neuen Aufschwung begonnen. Besonders im Inland sorgen die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit und die stabile Beschäftigungssituation für ein anhaltend gutes Konsumklima", fasst Carola Schaar, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, die Ergebnisse zusammen.

Nachdem sich bis Anfang 2013 die konjunkturelle Entwicklung in Mitteldeutschland deutlich abgeschwächt hatte, stehen die Zeichen nun wieder auf Wachstum. Der Konjunkturklima-Index für Mitteldeutschland stieg gegenüber dem Frühjahr 2013 um 18 Punkte und erreicht mit fast 71 Punkten eine neue Bestmarke. Damit wurde die konjunkturelle Schwächephase, die Mitte 2012 begann und im Frühjahr 2013 ihren Tiefpunkt erreichte, äußerst schnell überwunden. Der Anstieg des Konjunkturklima-Index ist dabei in erster Linie auf die verbesserte Geschäftslage zurückzuführen.

"Die Lagebeurteilungen der Unternehmen fallen in allen Wirtschaftsbereichen erheblich günstiger aus als im Vorjahr. Die Firmen profitieren insbesondere von einer starken Binnennachfrage als Folge der robusten Entwicklung des Arbeitsmarktes", betont Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig. Der Saldo aus guten und schlechten Lagebewertungen kletterte um 19 auf +35 Punkte und erreicht damit das beste Ergebnis in einem Frühjahr seit Beginn der mitteldeutschen Konjunkturbefragungen im Jahre 2002. "Diese positive Entwicklung ist ein deutliches Indiz dafür, dass sich die Region in einem kräftigen Aufschwung befindet", so Scheler weiter. Dagegen zieht die Auslandsnachfrage erst seit Beginn dieses Jahres wieder an.

Die Industrie kehrt auf ihren alten Wachstumspfad zurück. Im industriellen Baugewerbe fiel die saisonübliche Verschlechterung der Lagebeurteilung in diesem Jahr aufgrund des sehr milden Winters erheblich schwächer aus. Die Stimmung ist außerordentlich gut. Das Dienstleistungsgewerbe präsentiert sich auch im Frühjahr 2014 unverändert optimistisch. Das Handwerk in Mitteldeutschland ist mit viel Schwung in das Frühjahr 2014 gestartet. Die Stimmung im Handel ist auf einem Höchststand. Im Verkehr sind die Aussichten trotz guter Lage eher verhalten.

Alles in allem herrschen damit gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum. "Vorausgesetzt, die Politik schafft nicht wieder neue Risiken für die Unternehmen", ergänzt Präsidentin Schaar. "Die gute wirtschaftliche Situation hat die Vertreter aller Parteien bewogen, den Wähler im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 mit vielfältigen Wahlversprechen zu locken. Die konkreten Pläne zu Rente und Mindestlohn sind nicht nur teuer, sie setzen auch neue Fehlanreize ausgerechnet dort, wo in den vergangenen Jahren mit den Arbeitsmarktreformen und der schrittweisen Heraufsetzung des Renteneintrittsalters alte Fehlanreize mühsam abgebaut worden waren."

Die Handlungsempfehlungen der vier Wirtschaftskammern aus Halle und Leipzig fallen denn auch entsprechend deutlich aus. Der gesetzliche Mindestlohn müsse die regionalen und branchenspezifischen Gegebenheiten berücksichtigen und dürfe nicht zu einer Aushöhlung der Tarifautonomie führen, fordern die Kammervertreter. Zudem solle die Reform des EEG weiter vorangetrieben werden, um mehr Marktnähe zu erreichen.

Die Änderung des Rundfunkbeitrages habe 2013 bei vielen Unternehmen zu erheblichen Mehrbelastungen geführt. Hier fordern die Kammern Nachbesserungen. Auch sprechen sie sich gegen geplante Ausweitungen der LKW-Maut auf Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen aus. Dadurch würde das regional agierende mittelständische Gewerbe zusätzlich in die Finanzierung der Kosten des Güterfernverkehres einbezogen.

Obwohl die Rücknahme der Vorverlagerung der Fälligkeit der Sozialversicherungsbeiträge auf Bundesebene vorerst noch nicht durchgesetzt werden konnte, plädieren die Unternehmensvertreter weiterhin für echten Bürokratieabbau. Zudem müsse dem Akademisierungswahn entgegengewirkt und die betriebliche Ausbildung gestärkt werden. "Die duale betriebliche Ausbildung ist international anerkannt, weil sie eine tragende Säule der hohen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und Garant für niedrige Jugendarbeitslosigkeit ist. Sie zu erhalten und zu stärken ist daher von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung", so Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig abschließend.

Ansprechpartner

Foto von Dr. Gert Ziener - Abteilungsleiter Wirtschafts- und Bildungspolitik
Geschäftsführer Grundsatzfragen

Dr. Gert Ziener

E-Mailziener@leipzig.ihk.de
Telefon0341 1267-1300
Fax0341 1267-1422