5. Ostdeutsches Energieforum - Die Denkfabrik zur Energiewende in Ostdeutschland

Presse

11.08.2016

350 Experten diskutieren in Leipzig die Konsequenzen der Energiewende +++ Podiumsdiskussion mit den Ministerpräsidenten +++ namhafte Referenten aus Politik, Energiewirtschaft, Wissenschaft und dem ostdeutschen Mittelstand

Die ostdeutschen mittelständischen Unternehmen sehen kaum Fortschritte bei der Umsetzung der Energiewende und kritisieren nach wie vor die im Vergleich zum Westen überhöhten Stromkosten. Das geht aus einer Blitzumfrage unter Mitgliedsunternehmen der Interessengemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin im Vorfeld des 5. Ostdeutschen Energieforums (OEF) hervor, das am 30. und 31. August im Leipzig stattfindet. "Wir diskutieren seit über fünf Jahren darüber, wie der Preisanstieg in Ostdeutschland gestoppt wird und wie wir Wettbewerbsgleichheit mit den Unternehmen im Westen erzielen können. Passiert ist so gut wie nichts", kritisiert der Sprecher der Interessensgemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin, Hartmut Bunsen.

Kristian Kirpal, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig, konkretisiert: „Energiekostentreiber in Ostdeutschland sind vor allem die Netzentgelte, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegen. Dieses System gilt es dringend zu reformieren. Bleiben die derzeitigen Rahmenbedingungen unverändert, werden sich die regionalen Unterschiede weiter verstärken. Für die Unternehmen in Ostdeutschland könnte dies in den nächsten fünf bis acht Jahren zu einer Verdoppelung der Netzentgelte im Vergleich zum Bundesdurchschnitt führen."

Die sechs Regierungschefs der ostdeutschen Länder, einschließlich Berlins, forderte Bunsen auf, in Zukunft die Energiepolitik sich über alle parteipolitischen Erwägungen enger abzustimmen. Bunsen: „Auch 25 Jahre nach der Deutschen Einheit haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse noch nicht angeglichen. Hohe Energiepreise schlagen im Osten stärker zu Buche und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Konkurrenz aus dem Westen. Der Aufholprozess, der seit Jahren ins Stocken geraten sei, könne nur erfolgen, wenn es gleiche Kostenstrukturen in Ost und West gebe."

Das Ostdeutsche Energieforum findet in diesem Jahr bereits zum fünften Mal statt. Es ist die größte Plattform des Mittelstandes, der Energiebranche und der Politik zur Energiewende in den neuen Bundesländern. Erwartet werden dieses Jahr wieder über 350 Experten und Unternehmer im Leipziger Hotel The Westin, darunter die Ministerpräsidenten aus Sachsen, Stanislaw Tillich (CDU), Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke (SPD), Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff (CDU) und Thüringen, Bodo Ramelow (Linke) sowie der Energieminister Mecklenburg-Vorpommerns, Christian Pegel (SPD). 

Zugesagt haben aber auch Bundeswirtschaftsstaatssekretär Uwe Beckmeyer und Bundesumweltstaatssekretär Jochen Flasbarth. Am zweiten Tag werden in zwei Panels über die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Energiebranche und die Rolle von Erdgas in der Energiewende diskutiert. „Was in der Diskussion zur Energiewende allzu oft übersehen wird: Im letzten Jahr ist der CO2-Ausstoß in Deutschland gestiegen. Geht das weiter so, werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen. Hier kommt Erdgas als Partner der erneuerbaren Energien ins Spiel. Denn nur mit Erdgas als Akteur in der Energiewende gelingt uns eine schnelle und kostengünstige CO2-Reduktion, so wie es die Bundesregierung fordert", betont Bodo Rodestock, Mitglied des Vorstands der VNG AG und freut sich auf eine spannende Diskussion auf dem Ostdeutschen Energieforum.

Dr. Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Stadtholding, ergänzt abschließend: „Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien belegt Ostdeutschland einen weltweiten Spitzenplatz bei der Energiewende. Leipzig spielt dabei einen entscheidende Rolle. Chance und Herausforderung für die Leipziger Gruppe ist es, diesen Prozess im urbanen Raum zu gestalten - unter anderem in den Sektoren Strom und Wärme. Dazu brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen durch die Politik."

Weitere Informationen

www.ostdeutsches-energieforum.de

 

Pressemitteilung der Interessensgemeinschaft der Unternehmerverbände Ostdeutschlands und Berlin und der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig

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