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Im Blickpunkt

Im Blickpunkt

wirtschaft 8-9/2013

wirtschaft 8-9/2013

Wahlen zum Deutschen Bundestag am 22. September 2013

Direktkandidaten aus dem IHK-Bezirk Leipzig

formulieren ihre wirtschaftspolitischen Ziele

Im Vorfeld der Wahlen zum Deutschen Bundestag am 22. September 2013

äußern sich die Direktkandidaten der derzeit im Parlament vertretenen

Parteien mit Wahlkreis im IHK-Bezirk Leipzig auf Bitte der IHK zu Leipzig

in kurzen Statements zu zentralen wirtschaftspolitischen Ziel-

stellungen ihrer Tätigkeit in der neuen Legislaturperiode.

Wahlkreis Leipzig I

Wahlkreis Leipzig II

Wahlkreis Leipziger-Land

Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen

gute Bedingungen. Gleichzeitig ist das zentrale

Grüne Anliegen, aus unserer sozialen

Marktwirtschaft eine sozial-ökologische

Marktwirtschaft zu bauen. Eine Grüne

nachhaltige Wirtschaftspolitik hat deshalb im

Blick, dass wir nicht die Ressourcen von

morgen verbrauchen können, weil wir dann

wirtschaftlich nicht mehr zukunftsfähig sind.

Die enormen Wachstumspotenziale in den neu

entstehenden grünen Wirtschaftszweigen

müssen wir offensiv nutzen, um die notwendi-

gen Investitionen und Umstrukturierungen in

den Bereichen Ressourcen- und Energiever-

brauch zu schultern. Diese Zukunftsaufgabe

gehen wir mit den Akteuren aus der Wirtschaft

partnerschaftlich an.

1. Ich setze mich dafür ein, dass die von der CDU-geführten Regierung

angeschobenen Investitionen in Bildung und Forschung weiterhin

Priorität haben.

2. Das Ziel „Berufsorientierung aus einer Hand“ mit überschaubaren und

transparenten Strukturen wird ein Schwerpunkt meiner Arbeit sein.

3. Als Abgeordneter, der die Wirtschaft durch eigene Praxiserfahrung

kennt, mache ich mich für die Abschaffung der Vorfälligkeit von

Sozialbeiträgen stark.

Die Stärkung lokaler und regionaler Wirt-

schaftskreisläufe muss in den Mittelpunkt

politischen Wirkens gerückt werden. Neben

ökologischen und sozialen Faktoren bei der

Auftragsvergabe muss die Förderung

regionaler Strukturen eine wichtigere Rolle

spielen, auch um junge Menschen nach

Ausbildung oder Studium in der Region zu

halten. Beides bedingt sich gegenseitig.

Wir wollen für industriefreundliche Rahmenbedingungen sorgen,

Mittelstand und Handwerk stärken sowie Selbständigkeit und Grün-

dungen fördern. Dazu gehört vor allem, die Fachkräftebasis in unserem

Land zu sichern, indem wir mehr Geld in Bildung investieren, das

unsinnige Betreuungsgeld zurücknehmen und die duale Ausbildung

unterstützen. Zu den weiteren zentralen Maßnahmen gehören die

Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur, die steuerliche

Förderung von Innovationen sowie eine verlässliche und bezahlbare

Energie- und Rohstoffversorgung.

Die ausufernden Kosten der Energiewende

werden zur Achillesferse für die deutsche

Wirtschaft. Es gilt, jetzt Fehlentscheidungen zu

korrigieren und anstatt einer planwirtschaft-

lichen Überförderung erneuerbarer Energien zu

marktwirtschaftlichen Prinzipien zurückzukeh-

ren. Außerdem dürfen energiepolitische

Entscheidungen nicht länger unter einem

Klimaschutz-Dogma getroffen werden.

Ich trete ein für eine soziale und ökologische

Neuorientierung unserer Marktwirtschaft.

Dazu gehören klare Regeln für die Finanzmär-

kte, gute Arbeit, angemessene Löhne, mehr

Mitwirkung für die Beschäftigten und gleiche

Rechte für alle am Arbeitsmarkt. Ein respekt-

voller, nachhaltiger Umgang mit der Natur

schützt dabei nicht nur unsere Umwelt,

sondern schafft auch zukunftsfeste Arbeits-

plätze und gibt Unternehmen neue Perspekti-

ven.

Wirtschaft braucht vor allem eines: Eine gut

ausgebildete Jugend und gute gesetzliche

Rahmenbedingungen. Darum muss die

Grundlage zu einer großen Staatsreform in der

neuen Legislatur gelegt werden. In der

Gesetzgebung ist ein Stillstand zu erkennen,

welcher unbedingt überwunden werden muss.

Ich halte den Bewerbermangel von Azubis in

vielen Unternehmen, besonders im Handwerk,

für das drängendste Problem in den nächsten

Jahren. Es ist notwendig, Jugendliche im

ländlichen Raum zu halten und sie besser in

der Schule auf die beruflichen Möglichkeiten

vorzubereiten. Daher müssen gezielt kleine

Unternehmen gefördert und die Investitionen

in Bildung erhöht werden.

Ich stehe zuerst für eine effektive, Arbeit

schaffende Wirtschaftsförderung in unserer

Region für neue wie auch für bestehende

Unternehmen. Daneben ist mir eine Entbüro-

kratisierung in Gesetzesverfahren wichtig, um

damit nicht unternehmerisches Handeln zu

tangieren. Weiterer Schwerpunkt ist die

Optimierung der Verkehrsinfrastruktur als

wichtigem Standortfaktor.

Mit mehr Kita-Plätzen und dem Ausbau von

Ganztagsschulen möchten die SPD und ich

eine bessere Vereinbarkeit von Familie und

Beruf erreichen. Ich setze mich dafür ein, dass

die Energiewende besser gemanagt wird und

die Kosten der Energiewende gerechter verteilt

werden.

Stefanie Gruner

BÜNDNIS 90/

DIE GRÜNEN

Dr. Thomas Feist

CDU

Mike Nagler

DIE LINKE

Wolfgang Tiefense

SPD

Holger Krahmer

FDP

Monika Lazar

BÜNDNIS 90/

DIE GRÜNEN

Steve Görnitz

FDP

Tommy Penk

BÜNDNIS 90/

DIE GRÜNEN

Harald Redepenning

SPD

In unserem Land haben mehr Menschen Arbeit

als je zuvor und können für sich und ihre

Familien sorgen. Die CDU/CDU möchte noch

mehr Arbeitsplätze schaffen, unser Ziel lautet

„Vollbeschäftigung“. Unternehmen müssen

sich unter guten Rahmenbedingungen

entfalten können. Steuererhöhungen sind Gift

für wirtschaftliches Wachstum. Wir haben in

Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosig-

keitsquote in Europa. Ziel unserer Wirtschafts-

politik bleibt, jungen Menschen Chancen auf

eine Anstellung oder als Existenzgründer zu

bieten. Unser Mittelstand leistet Hervorra-

gendes mit der Berufsausbildung. Die vielen

mittelständischen Unternehmen bilden das

Rückgrat der Leipziger Wirtschaft, genauso wie

unsere großen Industrieunternehmen. In der

laufenden Wahlperiode habe ich mich im

Finanzausschuss und im Ausschuss für

Angelegenheiten der Europäischen Union

intensiv für die Stabilität des Euro und für eine

unternehmer- und bürgerfreundliche, gerechte

Steuerpolitik eingesetzt. Nur mit soliden

Finanzen schaffen wir die Voraussetzung für

Wachstum, für sichere Arbeitsplätze und für

eine stabile Währung.

Bettina Kudla

CDU

Daniela Kolbe

SPD

Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer

Wirtschaft. Die To-Do-Liste zur Stärkung des

Mittelstandes ist lang. Vor allem brauchen wir

Gesetze, die die Planbarkeit und Rechtssicher-

heit der Unternehmen erhöhen – Qualität geht

vor Quantität. Nötig sind mehr Investitionen in

Bildung und unter anderem in die Verkehrsin-

frastruktur, vor allem Erhaltungsinvestitionen.

Auch muss das erfolgreiche Zentrale Innovati-

onsprogramm Mittelstand (ZIM) fortgeführt

werden und die degressive Abschreibung zur

Erleichterung von Unternehmensgründungen

ist wieder zuzulassen.

Wohlstand entsteht durch innovative Unterneh-

men, motivierte Arbeitnehmer und mutige

Neugründer. Leider führen wir zu oft Debatten

über das Verteilen von sozialen Leistungen und

verlieren dabei aus dem Blick, dass unser

Wohlstand erst erwirtschaftet werden muss.

Ich stelle mich daher auch gegen die Neidde-

batten und wünsche mir eine Atmosphäre, in

der wirtschaftlicher Erfolg gewürdigt wird und

weiterhin möglich ist.

Dr. Barbara Höll

DIE LINKE

Marcus Viefeld

FDP