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Karriere mit Lehre

Karriere mit Lehre

wirtschaft 8-9/2013

wirtschaft 8-9/2013

Neue Berufe ab dem 1. August 2013

Fachkraft für Metalltechnik

Stanz- und Umformmechaniker(in)

Neue Ausbildungsordnungen

ab dem 1. August 2013

Fertigungsmechaniker(in)

Fluggerätelektroniker(in)

Fluggerätmechaniker(in)

Kfz-Mechatroniker(in)

Werkstoffprüfer(in)

Anzeige

Neue Anforderungen erfordern neue Berufsbilder

Lehrlingsrolle und ausbildungsbegleitende Hilfen

Wie entsteht ein neuer Beruf?

Gesucht – Gefunden: die Ausbildung kann beginnen

Kontakt in der IHK:

Jörg-Gunter Falk

Telefon: 0341 1267-1365

E-Mail:

falk@leipzig.ihk.de

Neue Berufe fallen nicht einfach so vom Himmel: Sie sind das

Ergebnis von sich stets wandelnden Arbeitsprozessen, für die speziell

darauf qualifizierte Fachkräfte benötigt werden.

Handelt es sich um kleine Prozessver-

änderungen, werden die Ausbildungs-

verordnungen angepasst. Andernfalls

werden alte Berufsbilder per Neuord-

nungsverfahren durch zeitgemäße abge-

löst. Marias gewähltes Berufsbild nennt

sich jetzt nicht mehr „Druckerin“, son-

dern „Medientechnologin Druck“ und

berücksichtigt automatisierte Prozesse

und modernste Druckmaschinentech-

nik. Neben Modernisierung entstehen

aber auch völlig neue Berufe, wie jüngst

die Fachkraft für Automatenservice.

Der Entstehung neuer Berufe geht

zunächst die Festlegung bildungspoli-

tischer Eckpunkte voraus. Daran wir-

ken das zuständige Bundesministerium

(BM) − zumeist das BM für Wirtschaft

und Technologie –, das BM für Bildung

und Forschung sowie Arbeitgeber und

-nehmer mit. Darauf aufbauend werden

anschließend eine Ausbildungsordnung

sowie ein Rahmenlehrplan entworfen.

Für den betrieblichen Teil der Ausbil-

dungsordnung ist das Bundesinstitut

für Berufsbildung (BiBB) federführend.

Mithilfe von Sachverständigen − im Fall

von Maria Fachleute aus der Medien-

branche – erfasst das Institut die not-

wendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und

Fähigkeiten, die für den neuen Beruf be-

nötigt werden. Es werden unverzichtbare

Mindestanforderungen wie die Dauer

der Ausbildung, ein Ausbildungsrah-

menplan sowie Prüfungsanforderungen

festgelegt. Den Rahmenlehrplan, das

heißt den schulischen Ausbildungsteil,

erarbeiten Sachverständige der Länder.

Beide Teile werden aufeinander abge-

stimmt. Abschließend entscheidet das

zuständige BM die neue Ausbildungs-

ordnung. Nach Inkrafttreten ist sie bun-

desweit gültig. Maria kann später zum

Beispiel problemlos in Nordrhein-West-

falen arbeiten.

Neue Ausbildungsverordnungen

Auf der Suche nach einem Ausbil-

dungsplatz kommt Maria mit ihrem

sehr guten Schulabschluss leicht in die

Versuchung, mehrere Ausbildungsver-

träge gleichzeitig abzuschließen, um sich

kurz vor knapp den besten herauspicken

zu können. Für andere Ausbildungssu-

chende wären die Lehrstellen jedoch

blockiert. Außerdem können Unter-

nehmen eine kurz vor oder direkt zum

Ausbildungsstart freigewordene Stelle

nur schwer nachbesetzen. Hilfreich ist

in diesem Falle, dass der Ausbildungsbe-

ginn in Abstimmung mit der jeweiligen

Berufsschule auch nach dem regulären

Termin am 1. August erfolgen kann.

Die Aus- und Weiterbildungsberater der

IHK zu Leipzig stehen als Ansprechpart-

ner mit Rat und Tat zur Seite.

Bei der positiven Rückmeldung der

Decor Druck Leipzig GmbH muss

Maria nicht lange überlegen und sagt

zu. Nun geht es an den Berufsausbil-

dungsvertrag (BABV), worin neben

dem Ausbildungsplan unter anderem

auch Wahlqualifikationen festzulegen

sind. Der Vertrag ist in zweifacher Aus-

fertigung von beiden Vertragsparteien zu

unterschreiben. Ein Exemplar bekommt

Maria, das andere bleibt im Unterneh-

men. Über den Vertragsabschluss muss

nun noch die IHK zu Leipzig informiert

werden. Dazu ist ein Antrag auf Eintra-

gung in die sogenannte Lehrlingsrol-

le zu stellen. Die Antragstellung kann

schriftlich oder elektronisch erfolgen.

Die Lehrlingsrolle ermöglicht die Über-

prüfung der gesetzlichen Bestimmungen

von Ausbildungen und Verträgen. Au-

ßerdem liefert sie die Grundlage für Be-

rufsausbildungsstatistiken.

Kopie genügt

War dem Antrag bislang ein BABV

im Original beizulegen, ist im Sinne

des Gesetzes zur Förderung der elektro-

nischen Verwaltung seit dem 1. August

2013 nun auch eine Kopie ausreichend

– bislang jedoch nur auf Bundesebene.

Die Länder müssen ihre Verwaltungsver-

fahrensgesetze erst noch anpassen. Wer

sich zukünftig für eine komplett elektro-

TOP 10 der Gewerblich-

technischen Ausbildungs-

berufe im IHK-Bezirk

Platz 1:

Mechatroniker(in)

Platz 2:

Elektroniker(in) für

Betriebstechnik

Platz 3:

Industriemechaniker(in)

Platz 4:

Eisenbahner(in) im

Betriebsdienst

Platz 5:

Fachinformatiker(in)

Platz 6:

Kraftfahrzeug-

mechatroniker(in)

Platz 7:

Zerspanungsmechaniker(in)

Platz 8:

IT-Systemelektroniker(in)/

Mediengestalter(in) Digital

und Print

Platz 9:

Verfahrensmechaniker(in)

für Kunststoff- und

Kautschuktechnik

Platz 10:

Hochbaufacharbeiter(in)

Kontakt in der IHK:

Romy Helbig

Telefon: 0341 1267-1372

E-Mail:

helbig@leipzig.ihk.de

Stand: 31. Mai 2013