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wirtschaft 7/2013

Editorial

Anfang Juni wurden Teile des Südens und Os-

tens Deutschlands, darunter auch der IHK-Bezirk

Leipzig, von einem katastrophalen Hochwasser

heimgesucht. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt –

rund einen Monat danach – steht eine Gesamt-

Schadenssumme noch nicht endgültig fest. Auf

Grundlage der Kontakte der IHK-Mitarbeiter zu

den betroffenen Unternehmen und anhand von

Vergleichen aus dem Jahr 2002 gehen wir davon

aus, dass zwischen 400 und 500 Mitgliedsbetriebe

der IHK zu Leipzig mit den Folgen der Flut zu

kämpfen haben.

Im gesamten IHK-Bezirk, besonders in den

Städten Grimma und Colditz und den angren-

zenden Ortschaften sowie in den Regionen Borna

und Geithain, hat die Flut überwiegend kleine und

Kleinstunternehmen getroffen. Viele von ihnen

bangen jetzt auf Grund der Hochwasserfolgen um

ihre Existenz. Allen Firmen gelten unser Engage-

ment und unsere volle Unterstützung.

Unmittelbar nach Eintritt der Katastrophe hat

die IHK unter der Rufnummer

0341 1267-1500

eine Service-Hotline geschaltet, die nach wie vor

zur Verfügung steht. Dies gilt gleichermaßen für die

Service-E-Mail

hochwasser@leipzig.ihk.de . Ü

ber

die Internet-Seite

www.leipzig.ihk.de/hochwasser

wurden von Anfang an aktuelle Informationen zu

Rufnummern und Portalen der Städte und Ge-

meinden sowie zu den Hilfs- und Unterstützungs-

programmen veröffentlicht. Diese Informationen

werden fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

In enger Abstimmung mit den Landkreisen und

Kommunen haben die Mitarbeiter der IHK zu

Leipzig, vor allem aus den Regionalbüros, unver-

züglich telefonisch bzw. persönlich Kontakt zu den

betroffenen Unternehmen aufgenommen. Sie ha-

ben dabei über mögliche Soforthilfen und über

Kurzarbeitergeld ebenso informiert wie über recht-

liche Sachverhalte, insbesondere zum Vertragsrecht.

Sie haben Auszubildende geschädigter Unterneh-

men und Sachverständige zur Schadensbegutach-

tung vermittelt. Und sie haben vor Ort auch erste

betriebswirtschaftliche Beratungen durchgeführt.

Bis Ende Juni konnten die IHK-Mitarbeiter in den

Hochwassergebieten über 250 Unternehmen kon-

taktieren bzw. persönlich aufsuchen.

Die kontinuierliche Information der betroffenen

Unternehmen über Hilfs- und Förderprogramme

werden wir fortsetzen, ebenso wie die Unterstüt-

zung bei der Beantragung dieser Hilfen. Dazu stan-

den und stehen wir in engem Kontakt zu den Kre-

dit- und Förderinstituten des Freistaats wie

beispielsweise der Bürgschaftsbank Sachsen, der

Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft und der

Sächsischen Aufbaubank. Ferner werden wir die

Gespräche der sächsischen Staatsregierung mit den

Vertretern der Versicherungswirtschaft aktiv beglei-

ten. Ziel muss es sein, Versicherungsausschlüsse

künftig nicht mehr zuzulassen. Auch werden wir

einen Dialog anstoßen, wie Unternehmen unter-

stützt werden können, die Standortverlagerungen

aus hochwassergefährdeten Gebieten planen. Und

angesichts der Erfahrungen aus dieser erneuten

Flutkatastrophe unterstützen wir die Initiative

Sachsens und Bayerns nach einer Verkürzung der

Planungszeiträume für Hochwasserschutzmaßnah-

men.

IHK zu Leipzig hilft ihren Mitgliedsbetrieben

bei der Überwindung der Hochwasser-Folgen

Wolfgang Topf,

Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig