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Recht und Steuern

wirtschaft 7/2013

Zeit und Kosten sparen, Nerven schonen

Konflikte außergerichtlich

lösen durch Schlichtung

und Mediation

Buchtipp

Gerade bei Konflikten zwischen Unternehmen ist die

Wirtschaftsmediation gegenüber einer gerichtlichen

Entscheidung häufig deutlich überlegen.

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Klaus Erfmeyer:

Praxisratgeber

Wirtschaftsmediation

120 Seiten, Softcover, Format: 14,6 x 21,4 cm

ISBN 978-3-941400-48-1

16,95 Euro

Lau-Verlag, Reinbek

www.lau-verlag.de

Vorzüge, Ablauf und Inhalt einer Mediation

werden in diesem Ratgeber anschaulich

dargestellt, ebenso wie die Anforderungen,

die die Mediation an die Parteien und den

Mediator stellt. Eine gute Mediation spart

regelmäßig nicht nur Zeit, Geld und Nerven,

sondern erweist sich häufig als ein erfolg-

reicher Weg, an dessen Ende nicht nur der

Konflikt gelöst, sondern durch den Streit

belastete Geschäftsbeziehungen wieder

aktiviert werden können.

1,8 Millionen Verfahren werden jährlich in Deutschland vor Zivilge-

richten verhandelt. Dabei steigt die Zahl der Streitigkeiten zwischen

Unternehmen ständig. Nicht nur die langen Verfahrenszeiträume über

womöglich mehrere Instanzen und die damit verbundenen hohen Ge-

richts-, Anwalts- und Sachverständigenkosten sind Grund, über alter-

native Möglichkeiten der Streitlösung wie Schlichtung und Mediation

nachzudenken.

Oftmals finden wirtschaftliche oder

persönliche Ziele im Gerichtsverfahren

kaum Beachtung. So hat die Hälfte der

Kläger verfahrenstechnisch keinen Erfolg.

Fast ein Viertel der Verfahren muss ohne

Richterspruch ad acta gelegt werden. Und

schließlich wird entgegen den wirtschaftli-

chen Interessen die Zusammenarbeit der

Parteien durch das gerichtliche Klären ju-

ristischer Meinungsverschiedenheiten häu-

fig beendet.

Die Industrie- und Handelskammer zu

Leipzig bietet daher bereits seit 15 Jahren

verschiedene Konfliktlösungsmöglichkeiten

an. So existiert seit 2003 die Güte- und

Mediationsstelle in ihrer heutigen Form.

Durch deren Inanspruchnahme wird die

Chance geboten, Konflikte inhaltlich wirk-

lich zu beenden und weniger die einzelnen

Rechtspositionen in den Fokus zu stellen.

Als einzige Güte- und Mediationsstelle der

Wirtschaftskammern inMitteldeutschland

stellt die IHK zu Leipzig zwei freiwillige

und nicht öffentliche Verfahren zur Verfü-

gung: die Mediation und die Schlichtung.

Bei der

Mediation

wird eine zukunfts-

orientierte Lösung gesucht, indem ein neu-

traler Dritter (Mediator) zur Vermittlung

eingeschaltet wird. Dieser hat allerdings

keine Entscheidungsbefugnis, so dass In-

halt und Umfang des selbstbestimmten

Verfahrens in den Händen der Parteien

liegen. Folglich liegt keine Beschränkung

auf geltend gemachte Ansprüche vor. Das

Ziel ist es, die Mediation mit beiderseitiger

Vereinbarung bzw. Einigung zu beenden.

Die

Schlichtung

ist auf den aktu-

ellen Konfliktfall und damit auf geltend

gemachte Ansprüche beschränkt. Das

Verfahren bietet wie bei der Mediation

einen neutralen Schlichter, wobei hier ge-

gebenenfalls ein Schlichterspruch von den

Parteien vorgeschlagen werden kann. Der

Ablauf folgt formell festgesetzten Verfah-

rensregeln. Auch hier steht eine streitbeen-

dende Vereinbarung klar im Vordergrund.

Welche Vorteile haben die alternativen

Konfliktlösungsvorschläge?

Die Vorteile der Konfliktlösungsange-

bote liegen auf der Hand: Die ersten bei-

den Prinzipien der Güte- und Mediations-

stelle zeigen sich in einem im Vergleich zu