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Standortpolitik

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wirtschaft 7/2013

Demnach können ab 1. Juli

2013 auch Fachkräfte aus Län-

dern jenseits der Europäischen

Union ohne weitere Hindernisse

in Deutschland eine sozialversi-

cherungspflichtige Beschäftigung

aufnehmen, sofern sie einen Ab-

schluss in einem Engpassberuf

nachweisen, der entweder in ei-

ner mindestens zweijährigen

Ausbildung in Deutschland er-

worben wurde oder dessen

Gleichwertigkeit zu einem deut-

schen Ausbildungsabschluss fest-

gestellt wurde. Engpassberufe

sind solche, in denen Arbeitgeber

Stellen nur nach langer Suche

oder gar nicht besetzen können

und bei denen es nur wenige Ar-

beitslose gibt, die für die offenen

Stellen infrage kommen. Bundes-

weite Engpassanalysen werden

monatlich von der Bundesagen-

tur für Arbeit erstellt.

Für die regionale Bewertung

der Engpassberufe sollen neben

dem unterschiedlichen Bedarf in

den verschiedenen Branchen

auch Besonderheiten vor Ort be-

rücksichtigt werden. Um dem

jeweiligen regionalen Bedarf bes-

ser Rechnung tragen zu können,

soll die Bundesagentur für Arbeit

unter anderem weitere Akteure

beteiligen und deren Kenntnisse

über die Entwicklung des Be-

darfs an Arbeitskräften bei der

Beurteilung des regionalen Ar-

beitsmarkts

berücksichtigen.

Hier kommen grundsätzlich

auch die Industrie- und Handels-

kammern in Betracht.

Im Zuge der Neuregelung

wird die bisherige Beschäfti-

gungsverfahrensverordnung in

die Beschäftigungsverordnung

überführt, womit das Ausländer-

beschäftigungsrecht insgesamt

übersichtlicher wird. Aus integra-

tionspolitischen Erwägungen hat

der Bundesrat auch durchgesetzt,

dass die für Geduldete geltenden

Regelungen des erleichterten Ar-

beitsmarktzugangs auch auf Asyl-

suchende Anwendung finden.

IHK für Erleichterungen

bei Beschäftigung

ausländischer Fachkräfte

Die IHK zu Leipzig setzt sich im

Interesse ihrer Mitgliedsunterneh-

men seit Jahren für Erleichterungen

bei der Beschäftigung ausländischer

Fachkräfte ein. Nachdem 2012 die

Zuwanderung für Hochqualifizierte mit der Umset-

zung der Blue Card erleichtert wurde, ist die neue

Regelung, die auch für Nicht-Akademiker die

Zuwanderung vereinfacht, aus Sicht der IHK ein

richtiger Schritt. Die IHK zu Leipzig hat immer

betont, dass gerade im Bereich beruflich qualifi-

zierter Fachkräfte Engpässe drohen und hier

Erleichterungen gefordert. Sie wertet es daher

positiv, dass mit der neuen Verordnung das

Ausländerbeschäftigungsrecht transparenter und

einfacher wird. Es müssen nun weitere Schritte

folgen. So ist beispielsweise nicht erklärbar, warum

im Rahmen der Blue-Card-EU hochqualifizierten

ausländischen Fachkräften höhere Einkommen

gezahlt werden müssen als einheimischen Mitarbei-

tern in vergleichbaren Positionen und bei ähnlichen

Qualifikationen. Um die einheitliche Prüfung und

Bewertung ausländischer Berufsqualifikationen zu

gewährleisten, hat sich die IHK zu Leipzig 2012 der

IHK FOSA (Foreign Skills Approval) als zentrale

Stelle für diese Aufgabe im Bereich der Industrie-

und Handelskammern angeschlossen

( www.ihk-fosa.de ).

Erweiterte Möglichkeiten der Ausländerbeschäftigung zum 1. Juli

Besserer Arbeitsmarktzugang für

Fachkräfte in „Engpassberufen“

Am 1. Juli 2013 ist eine

neue Verordnung zur Än-

derung des Ausländerbe-

schäftigungsrechts in Kraft

getreten. Einer ihrer we-

sentlichen Punkte sind Zu-

wanderungserleichterungen

für ausländische Fachkräfte

mit beruflicher Ausbildung

in sogenannten Engpass-

berufen.

Kontakt in der IHK:

Dr. Tilo Köhler-Cronenberg

Telefon: 0341 1267-1322

E-Mail:

koehler@leipzig.ihk.de