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Im Blickpunkt

wirtschaft 6/2013

GregorGötz

hat es mit seinemTextilun-

ternehmen VOWALON zu einiger Be-

kanntheit gebracht. Der Firmenchef aus

dem sächsischen Vogtland gehört zu jenen

drei Unternehmern, die ihren Stromliefe-

ranten verklagt haben. Grund ist die EEG-

Umlage, von der einige Großverbraucher

ausgenommen sind, nicht jedoch der Her-

steller von technischenTextilien undKunst-

leder. „Unsere Stromkosten haben sich ver-

doppelt, wir müssen einen viel höheren

Anteil des Umsatzes als unsere europäischen

Konkurrenten für den Energiebedarf ein-

setzen“, sagt Götz – und steht damit nicht

allein.

Weil das Unternehmen im östlichenTeil

Deutschlands, nur ein paar Autominuten

von der bayrischen Grenze entfernt, seinen

Strom verbraucht, hat der Unternehmer

neben der EEG-Umlage noch ein zweites,

standortspezifisches Problem: Die Netzaus-

baukosten für die Verteilnetze werden nicht

bundesweit, sondern regional gewälzt. Und

die sind dort besonders hoch, wo sich heute

schon viele Windräder drehen und beson-

ders viele große Solarparks an die Netze an-

geschlossen werdenmüssen. ZwischenOst-

see und Erzgebirge liegen die Netzentgelte

daher bei sieben Cent je Kilowattstunde

(kWh) und damit meist 20 Prozent höher

als vergleichsweise in Bayern.

Die Sorgen der Wirtschaft waren unü-

berhörbar bei der zweiten Auflage des Ost-

deutschen Energieforums, zu dem sich

Ende April rund 400 Teilnehmer aus Wirt-

schaft, Wissenschaft und Politik im Con-

gress Center Leipzig trafen. Die Unterneh-

mensvertreter beunruhigt, dass die noch

immer nicht korrigierten Fehler beim Um-

bau des Energiesektors zu einer nachhal-

tigen Schwächung des Standortes, zu Ar-

beitsplatzabbau und Abwanderung führen

könnten.

Wolfgang Topf

, Präsident der

IHK zu Leipzig, erklärte, dass „ein weiterer

Strompreisanstieg für Wirtschaft und Be-

völkerung nicht akzeptabel ist. Es muss

schrittweise ein tragfähiger Rahmen für den

künftigen Ausbau der Erneuerbaren Ener-

gien unter Marktbedingungen geschaffen

werden.“

Die Bundesminister

Philipp Rösler

(FDP) und

Peter Altmaier

(CDU) sehen

das inzwischen ähnlich: Marktnahe Preis-

modelle, ein rascher Netzausbau, Energie-

effizienz und die Stärkung der Forschung

nannte Wirtschaftsminister Rösler als

Rückblick auf das zweite Ostdeutsche Energieforum

Wirtschaft erwartet rasche

Korrektur der Energiepolitik

Wolfgang Topf (r.) und Hartmut Bunsen (l.) begrüßten

Bundeswirtschaftsminister Dr. Phillip Rösler (2. v. l.)

auf dem 2. Ostdeutschen Energieforum.

In der Diskussion meldete sich auch Kurt

Geschäftsführer der KET Kirpal Energiete

Anlagenbau & Co. KG aus Wermsdorf, zu