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Für Schlagzeilen sorgen

wirtschaft 5/2013

Zum Autor

Kay Schönewerk

Kay Schönewerk ist Inhaber und

Geschäftsführer der Leipziger Kommuni-

kationsagentur 4iMEDIA, die seit ihrer

Gründung im Jahr 2000 Unternehmen

und Institutionen in ihrer Kommunikati-

onsarbeit unterstützt. 4iMEDIA ent-

wickelt, erstellt und verbreitet Inhalte

und die dazugehörigen Kundenmedien.

Zum regionalen und überregionalen

Kundenstamm zählen u. a. die

Siemens AG, die Wirtschaftsförderung

der Bundesrepublik Deutschland, die

Messe Frankfurt, die Comparex AG

und die S-Beteiligungen der Sparkasse.

Eigene Möglichkeiten immer im Blick behalten

Erfolgreich mit

Schritt-für-Schritt-Strategie

Wenn Kunden ihre Pressearbeit am An-

fang selbst in die Hand nehmen wollen,

raten wir ihnen zuerst, dass sie sich zu-

nächst einmal kritisch die Frage nach dem

„Warum“ stellen sollen. Zunächst einmal

sollten also die Ziele der Pressearbeit durch

das Unternehmen klar umrissen werden.

Etwas später kommen dann Fragen dazu

wie beispielsweise: Welche Informations-

quellen nutze ich selbst? Richtet sich mei-

ne Kommunikation vorrangig an den

Endkunden oder bin ich überwiegend im

B-to-B-Bereich unterwegs? Welche Infor-

mationsquellen nutzt meine Zielgruppe

vorwiegend? Nutzt sie eher klassische

Werbung oder ist sie vor allem im Internet

oder auf Facebook aktiv? Welche Themen

möchte ich per Medienarbeit kommuni-

zieren? Welches sind meine Zielmedien

(Publikums- oder Fachmedien)? Wie ge-

langen meine Informationen dorthin?

Aufwand überschaubar halten

Um all diese Fragen zu beantworten,

müssen von den Unternehmen nicht im-

mer aufwändige und umfangreiche Feld-

studien angestellt werden. Nicht selten

lassen sich viele dieser Fragen aus dem

eigenen Unternehmensalltag heraus be-

antworten. Es reicht oft aus, mit einer

Handvoll Menschen zu reden, die man

kennt. Das kann durchaus auch im täg-

lichen Kundenkontakt geschehen, so dass

dieser Aufwand auch von kleinen Unter-

nehmen geleistet werden kann.

Sind all die oben genannten Fragen be-

antwortet, steht die nächste Entscheidung

an: Welche Medien kann ich selbst bedie-

nen bzw. in welchen Fällen sollte ich profes-

sionelle Unterstützung, beispielsweise durch

eine Agentur, in Anspruch nehmen? Um

auch hier wiederum den Aufwand be-

herrschbar zu halten, empfiehlt es sich,

frühzeitig zu kommunizieren. Mit anderen

Worten: Ich kann mir unter Umständen

eine Menge Arbeit ersparen, wenn ich ein

geplantes Thema vorab in einem kurzen Te-

lefongespräch mit einem Redakteur durch-

spreche. Ich bekomme damit nämlich

schnell eine Rückmeldung, ob mein Thema

überhaupt interessant ist und damit die

Chance zur Veröffentlichung hat, bzw. in

welche Richtung ich es ggf. verändern oder

mit zusätzlichen Inhalten aufladen muss.

Viel Erkenntnisgewinn bei relativ über-

schaubarem eigenem Aufwand bietet für

Nicht-PR-Profis auch die Methode „kon-

trollierter Versuchsballon“. Das bedeutet in

der Praxis: Ich streue eine Pressemitteilung

an unterschiedlicheMedien und werte dann

selbst das Ergebnis kritisch aus. Hat es über-

haupt jemand wahrgenommen? Welcher

Abdruck- bzw. Sendeerfolg ist eingetreten?

Habe ich ein Feedback bekommen? Wenn

ja, von wem? Gehört derjenige zu meiner

Zielgruppe? Auch diese „Evaluation“ lässt

sich in den Unternehmensalltag integrieren,

beispielsweise im Rahmen von Gesprächen

mit Kunden, Partnern oder sonstigen Be-

kannten im täglichen Geschäft.

Als erstes Fazit lässt sich also festhalten:

Presse- bzw. Medienarbeit ist auch für kleine

Unternehmen in Eigenregie machbar. Aller-

dings sollten vorher die so genannten W-

Fragen, die auch für Journalisten die Grund-

lage jeder Recherche bilden, beantwortet

werden: Was? Wer? Wo? Wann? Wie? und

Warum? Außerdem ist wichtig, Schritt für

Schritt vorzugehen und dabei immer die ei-

genen Möglichkeiten und Kapazitäten im

Auge zu behalten. Der Aufwand für die Me-

dienarbeit sollte sich also immer auch in das