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wirtschaft 4/2013

Editorial

Wolfgang Topf,

Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Leipzig

Die von der Bundesregierung beschlossene

Energiewende stellt Gesellschaft und Wirtschaft

vor große Herausforderungen. Sie ist von Poli-

tik und Gesellschaft mehrheitlich gewollt und die

Zielvorgaben – Ausbau der Erneuerbaren Energien

und Reduktion des CO

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-Ausstoßes – sind gesetzt.

Andererseits ist der Strompreis, insbesondere durch

die Erhöhung der staatlich induzierten Bestandteile,

in jüngster Zeit kräftig gestiegen und es sind ohne

Veränderungen der gegenwärtigen Rahmenbedin-

gungen auch weiterhin deutliche Steigerungen zu

erwarten. Mittlerweile sehen 60 Prozent der säch-

sischen Unternehmen in den Energiepreisen das

größte Konjunkturrisiko. Die schon jetzt deutlich

über dem europäischen Durchschnitt liegenden

Energiepreise wirken sich negativ auf die Investiti-

onsbereitschaft der Unternehmen des Freistaats aus.

Jedes dritte von ihnen schätzt ein, dass seine Wett-

bewerbsposition aufgrund der Energiepreissteige-

rungen in Gefahr ist. Jedes zehnte denkt sogar über

eine Produktionsverlagerung ins Ausland nach. Das

sind die Ergebnisse der jüngst vorgestellten Studie

zur Energiesituation der sächsischen Wirtschaft

(siehe Seiten 8/9 in diesem Heft).

Dieser Widerspruch und die aktuellen Entwick-

lungen in der Energiepolitik zeigen, dass unter den

verschiedenen Interessengruppen auch weiterhin

großer Gesprächsbedarf nach Problemlösungen zur

Umsetzung der Energiewende besteht.

Immer stärker rückt auch die Frage des Ausbaus

der Stromspeicherkapazitäten in den Vordergrund.

Die schwankende Stromerzeugung aus Wind und

Sonne könnte besser genutzt werden, wenn es genug

Möglichkeiten zur Stromspeicherung gäbe. Laut

Bundeswirtschaftsministerium bestehen derzeit

Speicherkapazitäten von nur 0,04 Terrawattstun-

den, während Wind- und Solaranlagen 2011 mehr

als 65 Terrawattstunden Strom erzeugten. Hier ist

auch die Industrie gefordert, weiter an der Entwick-

lung neuer Technologien und Anlagen mit wesent-

lich höheren Speicherkapazitäten zu arbeiten. Auch

muss die Forschung im Bereich neuer Speichertech-

nologien erheblich intensiviert werden.

Um vor diesem Hintergrund die Herausforde-

rungen umfassend zu erörtern und Lösungsansätze

zu präsentieren, kann es keine geeignetere Platt-

form als das zweite Ostdeutsche Energieforum mit

seinem breiten und hochkarätig besetzten Teilneh-

merfeld aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

geben. Ich darf Sie deshalb an dieser Stelle herzlich

zu der am 29. und 30. April im Congress Center

Leipzig stattfindenden Veranstaltung einladen. Das

Programm finden Sie in diesem Heft auf Seite 7;

weitere Informationen auch im Internet unter

www.ostdeutsches-energieforum.de.

Antworten auf

die Herausforderungen der

Energiewende finden