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Erster Deutsch-Italienischer Stammtisch in der IHK
Datum: 30.01.2008 14:56 Uhr
Autor: Hagen Reißmann
Nr.: 2008/009
Dauerhafte Zusammenarbeit mit Bologna und Region Emilia Romagna im Fokus
„Mir macht es Spaß, mit den Italienern zusammenzuarbeiten, auch wenn es manchmal etwas länger dauert“, äußerte Karl-Heinz Uhlig von der Handelsvertretung für Maschinenbauprodukte und Zulieferungen anlässlich des ersten Deutsch-Italienischen Unternehmerstammtischs in der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig am Dienstagabend (29. Januar 2008, d. Verf.). Uhlig machte damit deutlich, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Italienern und Deutschen wegen unterschiedlicher Mentalitäten manchmal ein bisschen umständlich ist, aber dennoch große Potenziale birgt.
Um diese Potenziale für die Region nutzbar zu machen, wurde der Deutsch-Italienische Stammtisch etabliert. Die IHK zu Leipzig wird ihren Länderschwerpunkt Italien ausbauen und Firmen beim Weg ins „Stiefelland“ begleiten. Fokus liegt vor allem auf der Region Emilia Romagna mit deren Hauptstadt Bologna.
Rund vierzig Unternehmerinnen und Unternehmer mit Interesse am italienischen Markt wollen sich künftig vierteljährlich treffen, um Erfahrungen und Know-how auszutauschen. Die Zusammenarbeit der Regionen verfolgt einen ganzheitlichen und langfristigen Ansatz. Kurzfristige Aktionen, die nach einiger Zeit einschlafen, sind nicht gewünscht. „Wir möchten dauerhaft auf verschiedensten Ebenen zusammenarbeiten“, so Dr. Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig.
Deshalb steht auch die Zusammenarbeit auf kommunaler und kultureller Ebene auf der Agenda. Die Stadtverwaltung Leipzig, die Oper Leipzig oder die Verbundnetz Gas AG haben schon seit längerem eine Belebung der Städtepartnerschaft Leipzig-Bologna ins Auge gefasst.
Wirtschaftliche Parallelen zum Kammerbezirk Leipzig
Die IHK hat bei dem Besuch in Bologna (November 2007) die Region bereits „unter die Lupe“ genommen und in der Emilia Romagna deutliche wirtschaftliche Parallelen zum Kammerbezirk Leipzig identifiziert. Sowohl in der Entwicklung als auch in der Branchenstruktur ähneln sich die beiden Standorte. Es herrscht eine vorwiegend mittelständisch geprägte Unternehmensstruktur vor und es gibt in Norditalien ebenfalls Cluster im Bereich Logistik, Medizintechnik/Biomedizin sowie Maschinenbau/Automobilherstellung/Autozulieferer. Bei der Delegationsreise wurden Kontakte geknüpft und die italienischen Wirtschaftsvertretungen äußerten großes Interesse an Kooperationen in den Clusterbereichen.
Den Auftakt der künftigen Zusammenarbeit bildet eine Unternehmerreise mit Schwerpunkt Medizintechnik nach Bologna vom 28. bis 30. Mai. Dabei steht u. a. ein Besuch der Fachmesse „Exposanitá“ auf dem Programm. Weitere Aktivitäten, wie ein Gegenbesuch aus Bologna im Herbst, sind geplant und sollen durch die Beteiligung der Unternehmerschaft unterstützt und angeregt werden.
Der Deutsch-Italienische Stammtisch lädt Unternehmer ein, sich aktiv zu beteiligen und Themen anzuregen, die im Hinblick auf den italienischen Markt besprochen werden sollten. Beispielsweise sind Referate zur detaillierten Wirtschaftsstruktur Italiens oder zum italienischen Recht denkbar.
Spezifika beim Italiengeschäft
Besonderes Highlight des ersten Unternehmerstammtischs war die Beleuchtung von Unterschieden in der unternehmerischen Kultur Italiens und Deutschlands. Die Italienische Handelskammer für Deutschland machte auf verschiedene Spezifika aufmerksam, die es beim Italiengeschäft zu beachten gilt. So ist der persönliche Kontakt mit dem Geschäftspartner extrem wichtig. Die Italiener vertrauen mehr dem Menschen als dem Papier. Sie wollen den Menschen hinter dem Geschäftspartner kennen lernen. Die Grenzen zwischen Business und Privatleben vermischen sich. Auch das Zeitmanagement der Italiener unterscheidet sich von dem der Deutschen. So sind einerseits kurzfristige Angebote oft schwierig zu bekommen. Andererseits werden Termine nicht so langfristig wie bei uns geplant.